Besuch beim Entdecker der Neandertaler-Schädelkalotte

Die Schüler/Innen des Biologieleistungskurses Bio/2, Klasse 13, besuchten heute Dr. Axel von Berg, den mittlerweile weltweit bekannten Entdecker der Neandertaler-Schädelkalotte von Ochtendung, an seinem Arbeitsplatz im Landesamt für Denkmalpflege auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.
Mit Ehrfurcht und Plastikhandschuh (um Kontaminierung möglichst zu vermeiden) berührten sie das ca. 160 000 Jahre alte Original-Fundstück und ließen sich von Dr. Axel von Berg detailliert die Fundgeschichte, Altersbestimmung und Einordnung in den Stammbaum der Hominiden erklären.
Aussagekräftig der Vergleich:

Die Ochtendunger Neandertaler-Kalotte auf einem Römerschädel (400 n. Chr.).

Die Gebrauchsspuren zeigen, daß der Ochtendunger Schädel als Werkzeug von Zeitgenossen genutzt und verloren wurde.

Wichtig sind immer die sogenannten Beifunde: hier drei Werkzeuge, die in der Kalotte lagen: ein bearbeiteter Flint aus der Aachener Gegend, ein Quarz und ein Quarzit (v.l.n.r.).
Sarah -nicht nur Schülerin unserer 13. Klasse, sondern auch Weinkönigin von Klotten - interessiert sich für den römischen Weinkrug, der an der Mosel gefunden wurde, und meint, daß solche Exponate auch touristisch genutzt werden sollten!

Dann kam das Gespräch auch auf die jüngsten gentechnischen Analysemethoden. So wie Historiker durch das Ergebnis der gentechnologischen Untersuchung (Dr. Weichhold und Prof. Dr. Eisenmenger vom Institut für Rechtsmedizin an der LMU München) des Blutfleckes an der Unterhose von Kaspar Hauser, der keine Verwandtschaft zu heute noch lebenden Nachfahren von Stephanie Beauharnais und Karl von Baden ergab, ihre Prinzentheorie aufgeben sollen, haben Gentechniker (Matthias Krings und Prof. Dr. Svante Pääbo aus München) durch das Ergebnis eines Vergleichs von Bruchstücken der Mitochondrien-DNA des Düsseldorfer Neandertalers mit Mitochondrien-DNA heute lebender Menschen nun auch die Anthropologen geschockt und wollen den Neandertaler aus unserem Stammbaum entfernen. Dr. von Berg warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen aus einer Analyse und erwartet von den Gentechnologen weitere Untersuchungen. Der Archäologe und die Schüler sahen bei solch alten Fundstücken viele Möglichkeiten einer Kontaminierung mit Fremd-DNA und Veränderungungen der vorhanden mt- DNA z.B. durch Viren oder somatische Mutationen. Einige der aufgeworfenen Fragen wollen die Schüler bei Wissenschaft live, der Diskusion am 30.3.1998 im Deutschen Museum Bonn, an die Gentechnologen weitergeben.


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