IM RAHMEN DER INFORMATIONSTECHNISCHEN GRUNDBILDUNG
<ITG>
© Hansjörg Groenert 1998

Der Computereinsatz sollte im Unterricht nur Bereiche abdecken, die der unmittelbaren Erfahrung oder dem im Unterricht durchzuführenden Experiment nicht zugänglich sind, und mit anderen Medien wie Modellen, Dia, Film, Video, Overhaed etc. schlechter zu erreichen sind.
Verschiedene Einsatzbereiche bieten sich dann an:
1. Einsatz zur Meßdatenerfassung und -auswertung
2.
Arbeit
mit Modellbildungssystemen wie DYNASYS,
MODUS, STELLA etc. <weitere Anleitungen in Lit. (2)>
DYNASYS zum Downladen!
3. Arbeit mit allgemeinen Anwenderprogrammen
4 . Arbeit mit fachspezifischer Unterrichtssoftware
5. Erstellung eigener Programme
Ab Klasse 7 kann bereits mit der Erstellung eigener Simulationsprogramme,
die aus den Unterrichtsproblemen erwachsen und zum kreativen Umgang mit
dem Mikrocomputer führen, begonnen werden.
Biologische Phänomene sind nur über Form und Funktion vollkommen
erfaßbar. Dadurch begibt sich die Biologie leicht in die Grenzgebiete
zu anderen Wissenschaften. Ebenso unverzichtbar wie chemische, physikalische
und mathematische Kenntnisse bereits zur Analyse biologischer Probleme
sind, werden es auch informationstechnische Grundkenntnisse sein: Funktionen
sind oft erst durch ihre kybernetischen Gesetzmäßigkeiten exakt
begreifbar. Kybernetisch stellen wir die formale Struktur der Verknüpfungen
eines biologischen Gefüges als Regelkreis, Wirkungsgefüge, Flußdiagramm
und Blockschaltbild modellhaft heraus. Der Computer ist Gegenstand dieser
Kybernetik. Mit ihm können wir kybernetisches Wissen nun auch intuitiv
erwerben. Außerdem eignen sich Computer und ihre Anwendungsmöglichkeiten
besonders junge Menschen zu faszinieren. Der Computer ist aber nur dann
ein sinnvolles Medium im Biologieunterricht, wenn die Schüler kreativ
mit ihm umgehen. Deshalb sollten sie auch mit einfachen Befehlenprogrammieren
können.
Im Prinzip sind Miniprogramme, die aus Unterrichtsproblemen erwachsen, mit wenigen Befehlen schnell innerhalb der Unterrichtsstunde zu programmieren, wenn man keinen Wert auf Bedienungskomfort des Programms legt. Letzteres ist auch völlig sinnlos, wenn die Programme jedesmal dann erstellt werden, wenn sie gebraucht werden. Der Benutzer kennt dann die Eingabegrößen und hat einen bestimmten Erwartungshorizont.
Vergleiche hierzu die Unterrichtstunde Baumstruktur - fraktale Struktur und Miniprogramm zur 2. Mendelregel
6. Ablage von Arbeitsmaterialien für die Schüler im Internet.
Messreihen, Abbildungen, Tafelbilder, O-folien, Mikroskopbilder, Videoausschnitte,
die die Schüler zur häuslichen Weiterarbeit benutzen wollen,
werden unter vereinbarten Adressen für die Klasse im Internet abgelegt
und können zu Hause auf dem eigenen Rechner weiter verarbeitet
werden. Um das optimal zu ermöglichen, sollte ein Scanner, eine
Digitalkamera, ein Rechner mit TV-Karte und eine Videokamera zur Verfügung
stehen.

Das Foto zeigt, wie ein Schüler mit der EUROCAM (Videokamera),
die auf jedes Mikroskop passt, über die TV-Karte ein Mikroskopbild
auf dem Computer speichert, dass dann sofort auf einem Internetrechner
zur Weiternutzung abgelegt werden kann.
Vergleiche zum Gesamtthema
das Begleitblatt zur Fortbildung "Lehren
und Lernen mit dem Computer"
Literatur:
(1) H. Groenert: Skript "Simulation von Instinkt- und Lernverhalten (Einführung in Basic für Biologen) - Blockschaltbilder - Flußdiagramme - Computerprogramme - Simulationen", Koblenz 1986; gegen Unkostenbeitrag von DM 20,- vom Verfasser 54 Koblenz, Hermannstr. 12 zu erhalten.
(2) H. Groenert, Kapitel III, Fach Biologie in Heft 5, PZ-Information 14/93, Algorithmen als fächerübergreifendes Thema, Handreichung zum Lehrplan ITG, Pädagogisches Zentrum, Rheinland-Pfalz, Bad-Kreuznach, 1993/1994
(3) H. Groenert, Kapitel I u. II , Meßdatenerfassung mit dem Computer, Teil Biologie in Heft 3, PZ-Information 12/93 Algorithmen als fächerübergreifendes Thema, Handreichung zum Lehrplan ITG, Pädagogisches Zentrum, Rheinland-Pfalz, Bad-Kreuznach, 1993/1994
Fragen und Kommentare bitte als E-mail an: hjgroenert@uni-koblenz.de