




Unter der Leitung ihres Fachlehrers, StD Groenert, wurden
die Einzelarbeiten zusammenfassend ausgewertet: Flechten leben nur von
der Luft. Sie bringt ihnen Wasser und Nährsalze, aber auch Schadstoffe.
Bei Baumrinden liegt der pH-Wert natürlich bedingt zwischen 3,4 und
7. Eine Rinde mit höherem pH-Wert hat meist eine reichere Flechtenflora.
Durch sauren Regen wird der pH-Wert der Baumrinden niedriger. Das könnte
die Flechten bedrohen. Auf Umwelteinflüsse (Trockenheit und Schadstoffe)
reagieren Strauchflechten durch ihre große Oberfläche empfindlicher
als Blattflechten und diese entsprechend empfindlicher als Krustenflechten.
Wo auch Krustenflechten vertrieben werden (Flechtenwüste!), siedelt
nur noch die grüne Rindenalge "Pleurococcus".
Insgesamt ergab sich bei der Untersuchung folgende Verteilung der Flechtentypen:
1. West-Ost-Flechtenverteilung zwischen Güls und Arzheim:

2. West-Ost-Flechtenverteilung zwischen Lay und Siechhaustal:

3. Nord-Süd Flechtenverteilung zwischen Rauental und Siechhaustal:

4. Nord-Süd-Flechtenverteilung: Stadtmitte - Oberwerth:

Es wurde vermutet, daß ein Zusammenhang zwischen dem unterschiedlichen
Flechtenvorkommen und dem Auftreten anthropogener Faktoren, wie Emissionen
und Kleinklimaveränderung durch Straßenverkehr, Wohngebiete,
Sportplätze usw., besteht. Im Stadtgebiet und an der Hunsrückhöhenstraße
war der Flechtenwuchs stark beeinträchtigt. Strauch - und Blattflechten
wurden - auch im Vergleich zu einer Messung von 1991 - verdrängt.
In der Stadtmitte wurde nur noch ein Einzelfund an einem Baum registriert,
sonst eine Flechtenwüste.

Die gelbe Blattflechte Xanthoria parietina ist ein Eutrophierungszeiger.
Dort, wo organische Abfälle gelagert werden oder Düngemittel
gestreut werden, trifft man sie an. Die Schüler fanden diese Flechte
z.B. am Rhein- und Moselufer, dem Astersteiner Sportplatz, den Post-Sport
Tennisplätzen in Moselweiß, an der Panzerstraße und besonders
häufig in Lay.
Flechtenverteilung an den extremen Standorten Stadtmitte und Remstecken
(1):

Flechtenverteilung an den extremen Standorten Stadtmitte und Remstecken
(2):
Da seit einem Jahr das Bischöfliche-Cusanus Gymnasium und seit einigen
Monaten auch die Waldökostation Remstecken stündlich über
Computer Windstärke, Windrichtung, Luftfeuchte,Temperatur und Sonneneinstrahlung
messen, lag es nahe, die Artenzusammensetzungen und die Häufigkeitsverteilung
der Flechten an den extremen Standorten Remstecken und Stadtmitte mit den
gemessenen Klimafaktoren zu vergleichen.

Durch die Computerauswertung wurde deutlich, daß -die relative Luftfeuchtigkeit
täglich im Stadtgebiet bedeutend stärker zwischen extremen Werten,
die sogar die 0% Grenze erreichen, schwankt, als auf dem Remstecken. Das
könnte für die Flechte eine Lebensbedrohung sein.
Weitere Informationen zum Vergleich der Wetterdaten
Stadtmitte und Remstecken
Weitere Informationen zur Durchführung einer Flechtenkartierung:
Heft "Bioindikatoren": Unterricht Biologie, Friedrich Felber
Verlag, Heft 131, Januar 1988
Weitere Informationen zu Flechten
als Bioindikatoren von der Universität Salzburg
Weitere Auskünfte zu dieser Arbeit: Hansjörg
Groenert
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