Fragen, die wir gerne an die Wissenschaftler stellen würden

Diese Seite wird ständig aktualisiert. Wir nehmen auch Ihre Fragen gerne auf und leiten sie weiter!

Vergleiche hierzu auch den Bericht über die Diskussion der BCG-Schüler mit Dr. Axel von Berg, dem Entdecker des Ochtendunger Neandertalers, in Hinblick auf die jüngsten gentechnologischen mt-DNA-Analysen am Düsseldorfer Neandertaler und deren Folgen für die Hominidenforschung!

Fragen an:

Prof. Dr. Eisenmenger (Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der LMU München):

1. In den USA wurde der Arzt Sam Sheppard (Dr. Kimble) 8 Jahre nach seinem Tod und 43 Jahre nach seiner Verurteilung durch eine genetische Analyse von Blutspuren endgültig freigesprochen. Sein Sohn klagt auf Entschädigung wegen widerrechtlicher Inhaftierung! Könnten Sie sich vorstellen, daß auch in der BRD alte Verfahren neu aufgerollt werden, um mit DNA-Testen neue Beweise heranzuziehen?

2. Wie groß ist der Basensequenzunterschied bei mt-DNA-Analysen zweier nicht verwandter Menschen im Vergleich zu den Basenunterschieden zwischen Kaspar Hauser und den weiblichen Vergleichspersonen (Stephanie von Zallinger Stillendorf und der Fürstin von Schwarzenberg), wenn gleich große mt-DNA-Bruchstücke untersucht werden? (Ralph Günther, 13.1)

3. Müßten die mt-DNA-Sequenzpolymorphismen an anderen gleichgroßen mt-DNA-Bruchstücken von Kaspar Hauser statistisch gleich häufig sein?

4. Könnte Kaspar Hauser nicht zufällig - z.B. durch mutagene Umwelteinflüsse (z.B. Bodenstrahlung ,....) in dem Verlies, in dem er fast 11 Jahre lebte, Änderungen in seinen mDNA-Sequenzen erworben haben? (Carla Günther, 13.1)

5. Wieder wurde in der vergangen Woche ein Kind (Christina) Opfer eines Sexualmordes. Wäre es nicht sinnvoll, sofort bei der Geburt von jedem Menschen einen genetischen Fingerabdruck zu nehmen und ihn in einer Datenbank abzuspeichern. Computer könnten dann mit entsprechenden Suchfunktionen schnell einen Möder, der seine DNA-Spuren hinterlassen hat, identifizieren.

6. Ich beschäftige mich schon seit 7 Jahren mit dem Thema Kaspar Hauser. Gibt es zur Zeit aktuelle Sach-Literatur, die veröffentlicht wird? Bei der Pressekonferenz des Spiegels in Ansbach bezüglich der Genuntersuchung war ein Dr. Heydenreuther zu Gast, der einen Vortrag über Kaspar Hauser hielt. Dr. Heydenreuther war beim Bayer. Staatsarchiv und hat meines Wissens an der Uni Eichstätt promoviert (mit dem Thema Kaspar Hauser). Ich finde hierzu aber keine Information. Können Sie mir evtl. genauere Info hierzu geben.(Robert Graf)

Dr. Weichhold (Institut f. Rechtsmedizin, LMU München, hat die Blutspur K. Hausers untersucht):

Dr. Weihold beantwortete die an ihn gerichteten Fragen am 2.4.1998 per E-mail, bitte hier anklicken!

1. Wie können Sie 100%-ig eine Kontaminierung mit Fremd-mt-DNA an den Blutspuren der Unterhose ausschließen?

2. Wie sicher ist es, daß der Blutfleck wirklich von Kaspar Hauser stammt? (Bernd Honrath, 13.2)

3. Warum hat man nicht versucht, Leichenteile (Skelettreste von Kaspar Hauser) vergleichsweise zu untersuchen?

4. Haben Sie bei der Analyse mit verschiedenen Methoden gearbeitet, um Ihr Ergebnis sicherer zu machen! (Alexander Schulten 13.2)

5. Wie häufig haben Sie Ihre Versuchsreihe wiederholt, um eventuelle Fehler auszuschließen?

6. Ist 100%ig auszuschließen, daß durch Vireninfektion mt-DNA-Teile im Blut von Kaspar Hauser verändert wurden?

7. Laut Ulrich Eberl in bild der wissenschaft, Ausgabe März 1998, unterscheiden sich alle heutigen Menschen (Afrikaner, Europäer, Australier, etc. ) im Durchschnitt in nur acht Basen! Wie kommt es da zu den doch beträchlichen Unterschieden in den Meßergebnissen eines kleinen mt-DNA-Bruchstückes mit 7 bez. 9 Unterschieden bei Ihrer Anlayse und der von Herrn Bark vom Forensic Science Service in Birmingham?

8. Matthias Krings (vergl. bild der wissenschaft, Ausgabe März 1998) hat mt-DNA aus dem Oberarmknochen des Neandertalers analysiert. Krings untersuchte 379 Basen der mt-DNA des Neandertalers und verglich sie mit der entsprechenden Sequenz von ca 1000 Menschen aus aller Welt. Er fand 27 Unterschiede, fast 19 mehr als er statistisch erwartete (alle Menschen unterscheiden sich im Durchschnitt in nur acht Basen). Wie kann eine mt-DNA-Kontaminierung durch Viren, Verwesungsprodukte von anderen Organismen, Konservierungsmittel, etc., die zufällig mt-DNA enthielten, in über 100000 Jahren ausgeschlossen werden?

9. Wie können sich DNA-Bruchstücke, besondere organische Moleküle, so lange unverändert halten?

10. Wie sieht es denn bei DNA-Resten in Bernsteineinschlüssen (z.B. Insekten aus der Tertiärzeit, die vor 60 Millionen Jahrenlebten) aus? Könnte die Spielberghypothese (Jurassic-Park!) doch wahr werden?

Prof. Dr. Winnacker (Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Gentechnologe):

1. Könnte man Epidermolysis bullosa (Spiegel-Betrügertheorie!) an Genom-DNA-Resten der Blutflecken nachweisen?

2. Sind Fehler bei der Behandlung der mt-DNA-Fragmente von Kaspar Hauser aus Ihrer Sicht auszuschließen? (Alexander Schulten 13.2)

3. Bei Pflanzen kann über den Pollenschlauch auch ein Plastid in die Eizelle gelangen. Kann unter besonderen Umständen nicht auch einmal das viel kleinere Mitochondrium beim Menschen mit der Befruchtung in die Eizelle eindringen?

York Langenstein (Leiter der Landesstelle für die Nichtstaatlichen Museen in Bayern):

1. Um das Untersuchungsergebnis von Dr. Weichhold weiter zu untermauern, müßte die Leiche des nach 16 Tagen verstorben Sohnes von Stephanie Beauharnais und Karl von Baden gesucht, exhuminiert und für eine mt-DNA-Analyse freigegeben werden. Wie sehen Sie das?

2.Sicher liegen die Leichen von Karl v. Baden und Stephanie Beauharnais noch in der Fürstenkruft! Wahrscheinlich liegt dort auch die Leiche des nach 16 Tagen verstorbenen Kronprinzen, der ja angeblich vertauscht sein soll! Sollte man dieses "Material" nicht zu gentechnischen Analysen freigeben, um weitere Karheit zu gewinnen? (Carla Günther, 13.1)

3. In welcher Art und Weise nimmt das Fürstenhaus Baden zu der derzeitigen Diskussion und den genetischen Untersuchungsergebnissen Stellung? (Andreas Kohns, 13.2)

4. Existieren Beweise dafür, daß die vorliegende Unterhose wirklich die Unterhose ist, die Kaspar Hauser bei dem Mord trug? (Alexander Schulten, 13.2)

5. Ist es jetzt nicht an der Zeit, alle fossilen Menschenfunde gentechnisch zu analysieren und einen darauf begründeten Stammbaum des Menschen abzuleiten?


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