Methoden der Lautanalyse

Copyright 1996 Hansjörg Groenert


Die Sprache der Tiere mit der Sprache des Menschen niederzuschreiben ist kaum möglich. Vogelgesang wurde früher durch musikalische Zeichenschriften und Noten dargestellt. Die Ergebnisse waren nicht befriedigend, weil Vögel keine reine Noten singen und ihr Gesang nicht in Halbtonschritten exakt darstellbar ist. Menschliche und tierische Laute bestehen aus Klängen, die durch die wechselnde Zahl und Stärke der mit dem Grundton interferierenden Obertöne hervorgerufen werden.
Man muß sich schon technischer Geräte wie Video, Tonband, Oszillograph, Klangspektograph oder Computer bedienen, um Tierlaute oder Klänge zu analysieren.. Eine genaue Darstellung von Tonhöhen und Lautstärken wird durch den Oszillographen möglich. Die Tonhöhe (Frequenz) ist durch Anzahl und Dichte der Schwingungen im Oszillogramm zu erkennen, die Lautstärke durch die Höhen (Amplitude) der Schwingungen. Vergleiche hierzu "Sinustöne im Oszillogramm" und "Lautstärkeänderung eines Sinustons im Oszillogramm". Nachteil der Oszillograme ist, daß sie nur einen unvollkommen Eindruck vom Zusammenspiel aller Einzelheiten z.B. der oft komplexen Gesänge aus sich überlagernden Tönen (Frequenzen) eines Vogels wiedergeben.Vergleiche hierzu "Vergleich Oszillogramm - Klangspektogramm" !
Klangspektogramme, auch Sonagramme genannt, zeigen die Gesangselemente exakter. Der Klangspektograph, auch Sonagraph genannt, tastet frequenzweise von der niedrigeren zu höheren Frequenz eine Tonaufnahme ab und registriert sie an entsprechender Stelle übereinander auf den Papiersteifen einer laufenden Trommel. Je größer die Lautstärke (Intensität der Frequenz) desto stärker die Schwärzung auf dem Papier. Bei langsamem Lauf der Trommel wird die Struktur der Tonaufnahme deutlich. Der Aufbau vieler Vogellieder kann durch die Klangspektogramme genau analysiert werden.Vergleiche hierzu "Vergleich Oszillogramm - Klangspektogramm" !
Der Multimediacomputer vereinigt mit der mitgelieferten Tonbearbeitungssoftware meist Oszillograph und Tonband. Abspielen und graphische Darstellung in Zeitlupe (bzw. Standbild) und deren Vergößrerungen ermöglichen dann z.B. die Struktur von Lauten genauer zu erfassen, zu vergleichen und eventuell Rückschlüsse auf individuelle und arttypsche Signale zu ziehen. Vergleiche hierzu "Sinustöne im Oszillogramm" und "Lautstärkeänderung eines Sinustons im Oszillogramm". Spezielle Software zur Aufnahme von Sonagrammen wird es hoffentlich auch bald preisgünstig auf dem Markt geben! 

Unsere Methode:

1. akustische Untersuchung: Ton- und Bildaufnahmen (Videoaufzeichnung) - Tonwiedergabe im Gehege und Reaktionsbeobachtung (Playback-Experimente).

2. physikalische Tonanlyse mit Computer (mit Soundkarte). Durch Vergleich der Oszillogramme lassen sich individuelle und arttypische Laute unterscheiden.



Hansjörg Groenert
Fachleiter für Biologie am Staatl. Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Koblenz
Fragen und Kommentare bitte als E-mail an: hjgroenert@uni-koblenz.de


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Zuletzt geändert am 24.09.1996.