Geweih
beim Rothirsch

Die Geweihbildung wird hormonell (Progesteron und Testosteron) gesteuert. Während der Keimzellenruhe (April/Mai bis Juli) wird das Geweih geschoben. Testosteronbildung bewirkt dann Spermienbildung, Stopp des Geweihwachstums, Fegen (August) und schließlich Brunft (September/Oktober). Nach Ende der Brunft bewirkt der Rückgang der Testosteronproduktion die Bildung von Wachstumshormen und damit den Abwurf des alten Geweihs (März/April) und das Wachstum des neuen. Die Knochenhaut am Scheitel des Kolbens lagert dabei neue Knochenmasse unter der stark durchbluteten Bastschutzschicht an.

Die erste Geweihstufe ist der Spießer. Ab dem zweiten Kopf gibt es meist Gabler, aber auch schon den Sechser und selten den Achter. Bei guter Ernährung können vom 3. Kopf ab schon Zehner entstehen. Die typische Geweihstufe des vierten Kopfes ist der Achter. Vom sechsten bis neunten Kopf spricht man vom mittelalten Hirsch. Alte Hirsche umfassen die Altersgruppe vom zehnten bis vierzehnten Kopf. Ab fünfzehnten Kopf muß man mit den ersten Alterserscheinungen rechnen, die Geweihe werden zurückgesetzt.
Über entsprechende Tabellen läßt sich das Alter des Hirsches auch über Rosenstockdurchmesser und Rosenstocklänge bestimmen, wobei zunehmende Durchmesser und abnehmende Längen auf ein höheres Alter hinweisen (Rosenstock: Stirnbeinfortsatz auf dem sich das Geweih bildet).


Platzhirsch Gehege Remstecken
2.Kopf
ausgewachsener, mittelalter Rothirsch
(6. bis 9. Kopf)

mittelalterRothirsch
Die Geweihskizze stammt aus Jürgen Schulte "Der Jäger", Verlag Eugen Ulmer, 1985 und wurden teilweise nachbearbeitet.

Hansjörg Groenert
Fachleiter für Biologie am Staatl. Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Koblenz

Fragen und Kommentare bitte als E-mail an: hjgroenert@uni-koblenz.de

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Zuletzt geändert am 25.05.1997.