ZUCKMÜCKENLARVEN (Chironomidae)
Zeiger im Fließwasser
Susanne Jakobs


Die Zuckmücken sind mit Abstand die artenreichste Familie der Binnengewässer. In allen Gewässern, egal welche Eigenschaften es aufweist (ob salzig, verschmutzt, schnellströmend, ...), kommt mindestens eine der vielen Arten vor. Trotz der vielen verschiedenen Bedingungen, unter denen die einzelnen Zuckmückenfamilien leben, ist es sehr schwer sie auseinander zu halten, bzw. zu bestimmen.

Verbreitung: Zuckmücken sind hauptsächlich über die nördlich - gemäßigte Zone verbreitet. Von den weit über 5000 verschiedenen Arten leben allein 1200 in Mitteleuropa.

Größe: Je nach Art und Alter erreichen die Larven eine Länge von 1mm - etwa 2cm

Färbung: Die meisten Larven sind weiß - gelblich, grün oder braungrau. Nur zwei Arten ( die der Chironomus plumosus und der Chironomus thummi ), deren Blutflüssigkeit Hämoglobin enthält, weisen eine hell - bis dunkelrote Färbung auf. Dieser Farbstoff bewirkt, daß die Larven selbst in sehr verschmutzten, sauerstoffarmen Gewässern atmen können. Deshalb wird ihnen ein Saprobitätsgrad von 3,65 zugeordnet (link).

Körperbau + Fortbewegung: Der Körperbau der Larven ist gekennzeichnet durch einen kleinen Kopf und einem Hinterteil, welches die Form von zwölf aneinander gereihten, zylindrischen Segmenten hat. Mit Hilfe der beiden, oft miteinander verwachsenen Fußstummel am ersten Bustsegment und einer Art von "Nachschieber" am Körperende, können sich die Larven, ähnlich wie Spannerraupen, kriechend fortbewegen.

Atmung: Die Sauerstoffaufnahme vollzieht sich hauptsächlich über Hautatmung. Zusätzlich sind noch zwei paar dünne Schläuche am vorletzten Hinterleibssegment ( manchmal kommt noch ein drittes Paar am drittletzten Segment hinzu ) für den Gasaustausch zuständig. Die meisten Zuckmückenlarven leben in den oberen Schlammschichten des Gewässergrundes. Mit Hilfe ihrer Spinndrüsen fertigen sie sich feine Gespinströhrchen so an, daß je der Vorder- bzw. der Hinterausgang dieses Gebildes an der Schlammoberfläche grenzen. Einige Arten bauen ihre Gänge an die Blätter von Wasserpflanzen. Auch hier liegen die beiden Enden, U - förmig gebogen, durch die Blattzellschichten hindurch, frei im Wasser. Wieder andere stellen kunstvolle Gehäuse her, z.B. in Gestalt fünfzipfeliger Kelche.

Nahrung: Im allgemeinen ernähren sich die Zuckmückenlarven von planktonischen Algen, frischem Pflanzengewebe oder auch von morschem Holz. Ausnahme bilden hierbei nur die Familie der Tanipodinae, die als Raubtiere ( ohne Röhrchen ) frei im Wasser umherschweifen.

 

So gut sich die Zuckmückenlarven, anhand ihrer verschiedenartigen Ansprüche an Lebensraum und Wasserqualität als Indikatoren einer Gewässer - Güteklasseuntersuchung eignen würden, sind sie, bis auf die beiden oben genannten roten Zuckmückenlarven, die Gewässer der Güteklasse IV, d.h. stark verschmutzte Fließgewässer oder Abwassergräben, als Lebensraum bevorzugen, aufgrund der Schwierigkeit sie zu unterscheiden nicht zu gebrauchen.

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Weitere Auskünfte: Hansjoerg Groenert