Ausland

September 2010 bis Dezember 2010

Die Vorbereitung Bezüglich der Planung war der Erfahrungsbericht von [XXXX] sehr hilfreich, dieser hat die Eigenschaften der Universität, des Lebens und des Lebens in Finnland sehr gut beschrieben, diesen kann ich jedem potenziellen Bewerber wärmstens ans Herz legen! Ein paar weitere Einzelheiten habe ich in meinem ausführlichen Bericht angefügt. Falls dieser nicht online sein sollte kann ich ihn per Email gerne jedem zukommen lassen! Die Organisation, also alle Einzelheiten, die vor Antritt der Reise getroffen sein sollten stellten sich als nicht sehr kompliziert heraus, die zu treffenden Details sind: - Bewerbung an der Hochschule - Wahl der Kurse - Planen der Hinreise - Bewerbung bei TOAS für eine Unterkunft - Die Finanzierung. Die Bewerbung an der Hochschule ist relativ unkompliziert.

Sobald man sich entschieden hat an die TUT zu wechseln und von der Universität Koblenz dafür angenommen wird erhält man die einzelnen Schritte geschildert, sodass man dieses per Email erledigen kann. Als nächstes bekommt man (hoffentlich) die Zusage der TUT mit Formularen im Anhang. Diese sind für die Einschreibung, den Studierendenausweis und die Behausung bei TOAS. Diese Anträge sind selbsterklärend. Bei der Wahl der Kurse muss ich leider sagen, dass wenn man schon etwas weiter fortgeschritten im Studium ist die Auswahl nicht allzu groß ist, jedoch sollte man genug Kurse für die Punkte zusammenbekommen. Ich habe leider den Fehler gemacht und nur 5 Kurse belegt, durch eine Überschneidung sind zwei Kurse weggefallen, was dazu geführt hat, dass ich im Ausland nur drei Kurse ausführen konnte. Bei der Hinreise gibt es prinzipiell zwei Alternativen: das Flugzeug oder das Auto. Wir haben uns für das Flugzeug entschieden, da der Tampere Airport von Ryanair (Frankfurt-Hahn und Bremen) angeflogen wird. Aus diesem Grund stellte sich die Anreise als erstaunlich billig heraus (ich bin ein Wochenende zurück nach Deutschland geflogen, dies waren grade mal 60€). Entscheidet man sich für den Flug mit Ryanair wird ein Bus-Service angeboten, mit dem man vom Flughafen in das leider ein wenig entfernte Stadtzentrum gefahren wird, die Kosten dafür betragen 6€. Man wird am Bahnhof raus gelassen, direkt an der Hauptstraße. Von dort aus muss man die Buslinie 30 (oder 23, jedoch ist die 30 zielführender) nehmen um in den Vorort "Hervanta" zu kommen, in dem die Universität und die meisten Wohnheime sind. Sobald man die Anträge von TOAS erhalten hat für eine Unterkunft kann man sich diese auf www.toas.fi ansehen. Dort befindet sich eine große Auswahl an Wohnheimen, jedoch kommt man in circa 95% der Fälle in "Mikontalo" oder "Paawola" als Austauschstudent. Ich habe das Semester im "Mikontalo" (welches "Mickey ́s Haus" heißt :) ) verbracht und kann dieses Wohnheim nur wärmstens empfehlen. Der Preis mit maximal 260€ im Monat ist sehr gering für die darin gebotenen Leistungen: Wärme, TV-Anschluss, Wasser, Internet (Tipp: LAN- Kabel mitnehmen!!), Waschraum, Kraftraum und Sauna. Die Zimmer sind sauber, frisch renoviert und das Wohnheim ist (von innen) ein sehr angenehmer Aufenthaltsort. Der Kraftraum ist täglich von 10-22 Uhr geöffnet und Sauna gibt es jeden Montag, Mittwoch und Freitag von 18:15 bis 21:45. Faustregel bei der Finanzierung ist: mindestens 1000€ pro Monat einplanen! Die Trips sind ein unvergessliches Erlebnis und das Nachtleben hat auch den ein oder anderen Euro verschlungen. ERASMUS bezahlt ungefähr 200€ im Monat, den Rest habe ich selbst bezahlt, zum Teil durch die Hilfe eines Bildungskredites, welchen mir die Menschen der BVA gerne bereitgestellt haben (www.bildungskredit.de).

Die Universität

Hier ist vorweg zu sagen: man braucht keine Angst zu haben, die Finnen kümmern sich sehr liebevoll um jeden einzelnen Austauschstudenten und stehen immer mit offenen Ohren bereit. Man wird zu jedem Zeitpunkt an die Hand genommen und bekommt alles bis ins Kleinste erklärt. Vor Antritt der Reise bekommt man einen Ablaufplan der Orientation Week, in dieser wird jeder Aspekt des Semesters geschildert, von einem Universitätsrundgang über die Nutzung der Systeme bis hin zu einer Vorstellung der finnischen Kultur ist jeder Aspekt vertreten. Die Orientation Week dient jedoch nicht nur zum Kennenlernen der Universität, sondern auch zum Knüpfen der ersten Kontakte zu den anderen Studenten. Wenn man sich nicht versteckt und ein offener Mensch ist lernt man sehr, sehr schnell viele Leute kennen. Davor braucht man vorher keine Angst haben. Betty und ich haben am ersten Wochenende schon circa 20 Studenten kennengelernt, sodass es nie langweilig war! Die Leistungsnachweise, eher die einzelnen Kurse sollten vorher mit Herrn Troitzsch durchgesprochen sein, sodass man diese nicht sinnlos belegt. In Finnland hat man über das Semester verteilt zu jedem Kurs mindestens eine Hausarbeit zu schreiben, dafür ist die Klausur ein wenig leichter, da man durch diese Hausarbeit schon Punkte sammeln kann.

Der Alltag

Ich war erst ein wenig erstaunt, dass man in dem Vorort lebt und dachte, dass dieser zu weit vom Stadtzentrum entfernt ist, dies stellte sich jedoch als Vorteil heraus, da man sich Hervanta als Studierendenkolonie vorstellen kann. In diesem nicht sehr großen Vorort hat man alles was das Studentenherz begehrt, die Universität, die Wohnheime, ein Einkaufszentrum, mehrere Bars und eine große Menge an wundervoller Natur. Man führt die Sozialaktivitäten wie Essengehen, Nachtleben und Sightseeing zwar im Stadtkern aus, jedoch braucht man für einen erfüllten Alltag Hervanta fast nicht zu verlassen. Studieren, Menschen und Natur; alles findet sich in Hervanta. Zu der Gestaltung der Freizeit gibt es in Finnland sehr viele Alternativen! Finnland ist im Sommer gleich wie im Winter traumhaft! Man kann ein Wochenende in einem Cottage verbringen (unbedingt machen!), dieses kostet nicht viel und ist sehr gemütlich in der traumhaften Natur Finnlands, die zahlreichen Trips mit INTO ausüben (unter keinen Umständen das Love Boat und den Lappland Trip verpassen!!). Wie schon erwähnt gibt es extrem viele Möglichkeiten die Freizeit zu verbringen, von daher muss man für sich selbst entscheiden worauf man selbst am meisten Lust hat, Tampere kann voller kleinen Schönheiten stecken (der Hafen, das Eishockeystadium und der "Turm" um nur ein paar zu nennen).

Fazit

Nach einer kurzen Überlegung kann ich sagen, dass es sehr wenig schlechte Seiten am Semester gab! Der für mich leider große Nachteil war, dass ich durch die Überschneidung der Vorlesungen und Klausuren nicht alle Kurse abschließen konnte. Dies ist jedoch der einzige Nachteil den ich nennen kann. Dies lag jedoch auf jeden Fall an den Menschen. Wir waren 247 Austauschstudenten, unter diesen habe ich sehr viele wundervolle Menschen kennengelernt und eine wahnsinnig tolle Zeit gehabt. Aus diesem Grund gebe ich hier auch die Menschen als größten Pluspunkt an. Hier ist jedoch zu sagen, dass in dem folgenden Semester nur 80 Austauschstudenten kamen und die wenigen Leute, die noch in Tampere waren sagten, dass das zur Zeit aktuelle Semester fast vollkommen anders ist, da ohne die Flut an Austauschstudenten das allgemeine Leben sich stark verändert hat. Ich kann nur empfehlen in der Zeit nach dem Sommersemester an der Uni KO zu gehen, da dort die meisten Austauschstudenten kommen und dadurch das Leben einiges interessanter ist. Der Zeitpunkt war ebenfalls auf Grund des Wetters perfekt, da wir im Spätsommer angereist sind und bei zu (!) kalten -30° C abgereist sind, so hatten wir alle Jahreszeiten dieses wundervollen Landes erlebt. Als abschließende Bemerkung sage ich noch mal: das Semester war ein Traum, die Menschen aus allen Ecken der Welt, die unberührte Natur Finnlands und die warmherzige Mentalität der Finnen haben dieses Semester zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Marc Liesenfeld