Lautbildung
Copyright 1997 Hansjörg Groenert


Wie in einem Sinfonieorchester gibt es bei auch den Lebewesen Streicher, Bläser und Schlagzeuger.

Laute werden von Insekten durch die Frequenz des Flügelschlages beim Fliegen, durch Trommeln mit harten Skeletteilen auf die Unterlage oder speziellen Trommelorganen und hauptsächlich durch Stridulation, Aneinanderreiben von Teilen ihres Chitinpanzers (Rippen - Schrilladern - der einen, in der Regel rechten Flügeldecke, gegen die Schrillkante der anderen, oder Reiben der Hinterbeinschenkel mit Schrillzapfen an einer vorstehenden Ader der Flügeldecken) erzeugt.

Spechte Trommeln mit dem Schnabel. Fische trommeln mit der Schwimmblase durch synchrone Kontraktionen der Trommelmuskeln. Froschlurche können Laute im Kehlkopf (Tracheolarynx) erzeugen und haben zur Lautverstärkung Schallblasen. Die meisten Wirbeltiere mit Luftatmung nutzen ihr Atmungssystem zur Lautbildung. Diese Methode hat sich beim Menschen schließlich durch besondere Entwicklung des Nasen-Rachenraumes, der Gesichtsmuskulatur und des Brocaschen Sprachzentrums (im vorderen Drittel der linken Großhirnhemisphäre) zum Beherrschen einer Sprache entwickelt. Zur Lautbildung wird Luft von einem Windraum (Luftröhre, Bronchien, etc.) durch einen engen Spalt (Stimmritze) mit möglichst schwingungsfähigen Membranen (Stimmlippen) in einen Resonanzraum (Mund- und Nasenhöhle) gepreßt. Die akustischen Kommunikationssignale sind abhängig von der Stärke des Luftstroms, der Spannung der Stimmlippen, der Weite und Form der Stimmritze und der Größe und Form des Resonanzraumes. Der Spalt liegt entweder im Kehlkopf (Pharynx), der durch Ring- und Stellknorpel (aus ehemaligen Kiemenbögen hervorgegangen) und bei den Säugern noch durch Schildknorpel und Kehlkopfdeckel verstärkt ist, oder wie bei den Vögeln an der Gabelungsstelle der Luftröhre zu den Bronchien (Syrinx). Die Stimmbänder im Inneren des Kehlkopfes können durch Muskeln die von ihnen eingeschlossene Stimmritze öffnen und schließen. Der Grundton entsteht an der Stimmritze, die Klangfarbe durch Obertöne im Resonanzraum. Mit der Zunge kann der Resonanzraum vielseitig variiert werden.


Bild: Schädelquerschnitt

Abbildung nach Abb. 144 : Möricke-Mergenthaler, "Biologie des Menschen", Quelle&Meyer Verlag, Heidelberg, 4. Auflage 1967

Der Nasenraum ist beim Menschen eine anatomische Voraussetzung für die Sprache: blau: Windraum..............rot: Spalt .............gelb: Resonanzraum


Vergl. Silbernagel & Despopoulos: dtv-Atlas der Physiologie, dtv-thieme Verlag, München 1979

Weitere Anregungen in: W. Janssen, "Stimmen der Wirbeltiere" in Unterricht Biologie, Heft 163, April 1991, Friedrich Velber Verlag, 3016 Seelze


Hansjörg Groenert
Fachleiter für Biologie am Staatl. Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Koblenz

Fragen und Kommentare bitte als E-mail an: hjgroenert@uni-koblenz.de

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Zuletzt geändert am 20.02.1997.