Quellgebiet des Remstecker Baches

Quelltheorie
Alexander Schulten


Quellen sind örtlich begrenzte natürliche Austrittsstellen des Grundwassers an der Erdoberfläche.

Man unterscheidet folgende Hauptarten:

  1. ÜBERLAUFQUELLE
  2. SCHICHTQUELLE
  3. VERWERFUNGSQUELLE
  4. SPALTENQUELLE

Eine Quelle bildet sich meist dort, wo die grundwasserführende Schicht die Erdoberfläche schneidet, oder wo die geologischen Verhältnisse Grundwasser stauen und zum Austritt zwingen.

Nach den Fließbewegungen am Quellort sind zwei Typen zu unterscheiden:

  1. absteigende Quellen (Schicht-, Überlauf und Stauquellen) und
  2. aufsteigende Quellen (Verwerfungsquellen).


1. Überlaufquelle: Im Kies der Mulde bildet sich Grundwasser. Sobald der Grundwasserspiegel die Oberfläche der Kiesschicht erreicht hat, bildet sich in der Mulde ein See. Seespiegel und korrespondierender Grundwasserspiegel steigen weiter, bis der höchste Punkt der Tonschicht (wasserundurchlässig) am Muldenrand erreicht ist. Das Grundwasser läuft (in der Skizze nach rechts) aus dem Muldenbereich heraus und tritt als Überlaufquelle zutage.


2. Schichtquelle: Über der wasserunduchlässigen Schicht (Ton) bildet sich Grundwasser. Der Grundwasserspiegel weist ein deutliches Gefälle nach rechts auf. Dort wo der Grundwasserleiter (Kies) am Hang ausstreicht, beginnt über der undurchlässigen Schicht eine Schichtquelle zu sprudeln.


3. Verwerfungsquelle: Grundwasser bildet sich und steigt langsam an. Sobald der Grundwasserspiegel an der Verwerfung (wasserundurchlässiges Gestein) die Erdoberfläche erreicht hat, beginnt dort eine Verwerfungsquelle zu sprudeln.


Temperaturverhältnisse des Grund- und Quellwassers: Man teilt dier Quellen in kalte und warme Quellen ein. Die Grenze zwischen einfachen kalten Quellen und einfachen Thermen wurde auf 20 Grad Celsius festgelegt. Die Grund- und Quellwassertemperaturen sind wichtig für die Beurteilung der Güte des Wassers. Die Temperatur ist abhängig von der Tiefenlage des Grundwassers unter Flur: Je näher ein Grundwasservorkommen an der Oberfläche liegt, desto größer sind die jährlichen Temperaturschwankungen (bedingt durch die Strahlungsverhältnisse). Bei tiefem Grundwasser wird die Temperatur durch denWärmestrom aus dem Erdinnern geregelt. Den Vertikalabstand (die Tiefe), bei dem eine Temperaturveränderung von einem Grad Celsius zu verzeichnen ist, nennt man eine geothermische Tiefenstufe. Gute Quellen haben einen Jahresgang der Wassertemperatur von wenigen Zehntelgrad bis maximal einige Grad Celsius. Entsprechend der Abhänigkeit der Quellenwärme vom Mittel der Lufttemperatur nehmen die Quellwassertemperaturen mit steigender Meereshöhe ab.
Mineralquellen: Nach der Konzentration von gelösten Stoffen im Quellwasser lassen sich folgende Gruppen unterscheiden: Süßwässer, Salzwässer und Solen, Mineralwässer und Heilwässer. Süßwasser ist ein Wasser, das bei 8 - 12Grad Celsius keinen salzigen Geschmack aufweist. Salzwasser ist ein Wasser, das bei 8 - 12 Grad Celsius einen salzigen Geschmack aufweist. [Solen: NaCl- Konzentration: 1,5%] Mineralquelle: wenn 1g oder mehr mineralische Bestandteile in 1l Wasser gelöst sind oder wenn folgende Konzentrationen ausgewählter Ionen vorhanden sind: Eisen-Ion (10 mg/kg); Schwefel- Ion (1 mg/kg); J- Ion (1mg/kg); As- Ion (0,7 mg /kg); Kohlenstoffdioxid (1g/kg)
Schuttquelle: Das Quellwasser läuft erst unter schuttbedeckten Hängen ab, bevor es an die Erdoberfläche tritt. Die Quellen treten auf der Hangwiese (siehe Skizze) nach unten hin nacheinander zutage. Diese Art von Quellen finden wir am Remstecken .


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Weitere Auskünfte: Hansjoerg Groenert