Zur Neubewertung des Down-Syndroms
(Vortrag am 5. November 1997 bei der Lebenshilfe in Rotenburg/Wümme)
Wolfgang Jantzen, Universität Bremen

(Wir danken Herrn Jantzen für die Bereitschaft, seinen Vortrag hier zu veröffentlichen!
W. Liebetruth, Arbeitskreis DOWN-Syndrom e.V.
)

Übersicht:

1. Einleitung
2. Das heutige Verständnis von Trisomie 21
2.1. Medizinische Aspekte
2.2. Psychologische und pädagogische Befunde
2.2.1. Die Entdeckung der Langsamkeit
2.2.2 Intellektuelle Entwicklung
2.3. Trisomie 21: Die schwerste Sprachstörung?
2.4. Affektive und motivationale Regulation
2.5. Neuropsychologie des Down-Syndroms
3. Schlußbemerkung
Literaturverzeichnis:

1. Einleitung
Down-Syndrom, früher in rassistischem Kontext Mongolismus benannt, aufgrund seiner chromosomalen Ursache auch als Trisomie 21 bezeichnet (ich selbst bevorzuge letztere Bezeichnung), ist eine der bekanntesten Ausdrucksformen menschlicher Existenz, die für das Feld der geistigen Behinderung stehen. Wenn Trisomie 21 oder Down-Syndrom von den GesprächspartnerInnen nicht verstanden wird, von "Mongolismus" hat fast jedes Mitglied unserer Kultur eine Vorstellung. Nur welche Vorstellung? Die sog. Erstbeschreibung durch Langdon Down im Jahr 1866 sah in dem Syndrom eine Atavismus, einen Rückfall in Grenzbereiche zwischen menschlicher und tierischer Existenz, entsprechend der angenommenen Minderwertigkeit der sog. mongolischen Rasse. Noch 1911 finden wir im Enzyklopädischen Handbuch der Heilpädagogik entsprechende Anklänge, wenn der betreffende Autor (Weygandt) davon spricht, daß bei den Mongolen dieses Syndrom häufiger vorkomme und beides zusammen für eine Entwicklungshemmung ebenso bei 'niederen' Rassen wie bei dem vorliegenden Syndrom des Mongolismus spreche. Immerhin entnehmen wir dem Artikel von Weygandt, daß nur ca. 10% der Menschen mit Down-Syndrom älter als 25 Jahre werden. Das hat sich auch 1934 nicht so sehr geändert. Erneut berichtet Weygandt, der führende medizinische Autor für Schwachsinn im ausgehenden Kaiserreich und in der Weimarer Republik, daß über die Hälfte vor dem 20. Lebensjahr stirbt, wobei die Spannbreite der geistigen Leistungen von der Bildungsunfähigkeit bis zur Anstelligkeit in Gartenarbeit und ähnlichem reiche. Das klassische, mit Mongolismus verbundene Bild, wiegt auch noch in der 3. Neuausgabe des Handbuches von 1969 vor, in einem Vergleich zu den beiden vorweg erschienenen Ausgaben außerordentlich kurzen Artikel. Ich will Ihnen diese Schilderung nicht vorenthalten, weil sie durchaus prototypisch für das noch in großen Teilen der Bevölkerung vorherrschende stereotype Bild steht:

"Das Psychische Verhalten des mongoloiden Kindes (in Klammer steht hier bereits 'Down-Syndrom', W.J.) wird vordergründig bestimmt durch einen groben Schwachsinn sowie ein schalkhaftes, munteres Wesen, das stets zu Streichen bereit ist. Die Psychomotorik ist sehr lebhaft, und es besteht eine Vorliebe für Rhythmus, obgleich - nach König - mongoloide Kinder ausgesprochen unmusikalisch sein sollen. In der Regel ist der Mongoloide zutraulich, anhänglich, zärtlichkeitsbedürftig und gutmütig. Er besitzt - im Hinblick auf die Minderbegabung - eine relativ große Fähigkeit zur Imitation. Die Bereitschaft zur Arbeit fehlt ihm; wegen seiner "Faulheit" und raschen Ermüdbarkeit bereitet er nicht selten Erziehungsschwierigkeiten. Seine Stimmungslage ist heiter und echte Trauer vermag er nicht zu empfinden (König). Die Gewissensbildung und die Fähigkeit, religiös zu empfinden, sind gering. In der Pubertät kommt es zur mangelhaften Entwicklung des Sexualtriebes bei geringer erotischer Einstellung zum Gegengeschlecht", soweit die Argumentation des Kurzstichwortes (Sp. 2195 f.) bevor unter Bezug auf das damalige Standardwerk von König (1959) einzelne Entwicklungsstufen dargestellt werden. Durch einen Verweis auf das Stichwort: "Abarten, multiple" erfahren wir bezüglich der Lebenserwartung die alten, von Weygandt benannten Werte: "Nur 10% der mongoloiden Kinder überschreiten das 25. Lebensjahr" (Sp.2). Etwa zur gleichen Zeit mit diesem Handbuchartikel, erscheint in den USA der berüchtigte Aufsatz von Bard und Fletcher (1968) mit dem Titel "A Down's is not a person", in welchem "Euthanasie" für Kinder mit Down-Syndrom, also ihre Ermordung, verlangt wird. Auch diese Debatte ist in der Geschichte des Syndroms durchgängig präsent und findet bis heute ihre Befürworter.

Das Bild des Syndroms selbst hat sich (wie übrigens insgesamt das Bild der sog. Geistigen Behinderung) in den letzten 30 Jahren gravierend verändert. Insofern beinhaltet dieser Wandel ein Lehrstück, was aus Kindern dann wird, wenn man sie nicht unter dem ausgrenzenden Etikett von biologischer Minderwertigkeit, sondern als lern- und entwicklungsfähige menschliche Wesen sieht und behandelt. Hiervon soll im folgenden die Rede sein.



2. Das heutige Verständnis von Trisomie 21
2.1. Medizinische Aspekte

Mit der Entstehung eines Bildungs- und Arbeitssystems für Menschen mit geistiger Behinderung außerhalb der traditionellen Anstalten fand ab Anfang der sechziger Jahre eine beginnende Normalisierung von Lebensbedingungen für sie statt, die bis heute anhält und noch lange nicht beendet sein muß. In diesem Kontext wandelten sich auch scheinbar vorgefaßte und festgefügte Meinungen sogenannter ExpertInnen im medizinischen, psychologischen und pädagogischen Bereich. Das Resultat dieser unterschiedlichen Prozesse ist heute ein Bild von Trisomie 21, das sich gravierend von jenem vor 30 Jahren unterscheidet. Beginnen wir mit der Lebenserwartung: Sie ist höher als je zuvor (Selikowitz 1992, S. 71); nach Angaben aus dem Jahre 1970 erreichen 71% der Population ein Lebensalter von 30 Jahren und mehr-. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist von 9 Jahren im Jahr 1929 auf 12 Jahre im Jahr 1947 und auf über fünfzig Jahre im Jahr 1970 (Männer 55,3, Frauen 52,7) angestiegen (Rasore-Quartino und Cominetti 1995, S. 239). Damit rückt ein neues Problem in den Vordergrund. Unter bestimmten Gesichtspunkten bestehen Ähnlichkeiten der bei Menschen mit Trisomie 21 festzustellenden zellulären Veränderungen im ZNS mit solchen bei Alzheimer-Syndrom. Sie erklären möglicherweise nach Meinung verschiedener Autoren den Rückgang von Fähigkeiten ab 30 Jahren in verschiedenen Bereichen (Aufmerksamkeitsspanne, Objektidentifizierung, Kurzzeitgedächtnisspanne bei visuellem Gedächtnis). Dieser Rückgang ist nicht vergleichbar mit dem Rückgang bei anderen vergleichbaren Gruppen geistig Behinderter (Thase 1988). Andererseits tritt nur bei einem Drittel von Menschen mit Trisomie 21 eine Demenz auf. Eine erhebliche Anzahl von Personen mit diesem Syndrom lebt heute im fünften, sechsten oder sogar siebten Lebensjahrzehnt ohne klinische Anzeichen von Demenz zu entwickeln (ebd. S. 361). Auf Grund neuerer Forschungen zeichnet es sich ab, daß bei Menschen mit Trisomie 21 lediglich eine größere Verwundbarkeit des Gehirns für das Alzheimer-Syndrom (DAT) besteht. So gehenWisniewski und Silverman (1996) davon aus, das die Verteilung von DAT bei Trisomie 21 ähnlich aussieht wie in der Gesamtbevölkerung, aber mit einem früheren Eintrittsalter (S. 49).

Die Gesamteinschätzung des Syndroms aus medizinisch-neurologischer Sicht zeichnet insgesamt, trotz ausgemachter Veränderungen in der Gehirnorganisation gegenüber der sog. Normalbevölkerung ein deutlich optimistisches Bild, auch für weitere, noch nicht aufgedeckte Entwicklungspotentiale. Sofern nicht Komplikationen hinzutreten, scheint - entsprechend kompetente Umwelten vorausgesetzt - eher eine leichtere Form geistiger Behinderung zu resultieren.

Was sind diese zusätzlichen Beeinträchtigungen: In erster Linie sind es Störungen in der sensorischen Peripherie: Wahrnehmungsorgane sind geschädigt. So verfügen nur 23% der Kinder über ein normales Hörvermögen, bei einem erheblichen Teil der Population liegen Sehstörungen unterschiedlicher Art vor (Strabismus; Nystagmus; zudem Linsentrübungen, also grauer Star, bei 3% der Neugeborenen und 30 - 60% der Erwachsenen). 30 - 50% der Kinder sind kurzsichtig, ca. 20% weitsichtig. Entsprechende Veränderungen in den Zellstrukturen der Projektionsfelder der Hirnrinde (Neokortex) lassen vermuten, daß auch die Körperselbstwahrnehmung und die Bewegungswahrnehmung gestört sind. Davon jedoch später. In internistischer Hinsicht kommt es häufig zur Dysfunktion der Schilddrüse (bei 3 - 50% der Kinder), welche bei Nichtbehandlung zu weiteren Schäden des ZNS führen kann. Herzanomalien liegen bei 7 - 70 % der Kinder vor, manchmal fehlen bestimmte Muskeln im Gesichtsbereich oder es liegen arterielle Veränderungen in der Versorgung von Gehirnnerven vor. Bei 15% finden sich Veränderung im Halswirbelbereich (Daten nach versch. Quellen, insb. Pueschel 1986, weitere Quellenangaben bei Jantzen 1990, Kap. 8.4.2)

Trotzdem besteht auch hier keinerlei Grund zu Fatalismus, wie der Vergleich der in zwei Längsschnittstudien aufgedeckten inneren Zusammenhänge von Entwicklungsbedingungen zeigt: Morphologisch auffällige Kinder können sich trotzdem gut entwickeln, so Hellgard Rauh in ihrem Überblicksreferat "Entwicklungsverläufe bei Kleinkindern mit Down-Syndrom" (1992). So zeigt die ältere Längschnittstudie in den USA von Reed und Pueschel eine wesentliche Abhängigkeit aller weiteren Entwicklungsprobleme von der Existenz eines mittelschweren oder schweren Herzfehlers, während die neuere australische Studie eine entsprechend Abhängigkeit nicht zeigt. Die etliche Jahre früher geborenen Kinder, so hebt Rauh hervor, hatten eine "weniger gute frühzeitige diagnostische, chirurgische und therapeutische Versorgung" (ebd. S. 206)

Auf dem Hintergrund dieses Befundes ist auch meine folgende Zusammenfassung der psychologischen und pädagogischen Befunde zu lesen. Denn die pädagogischen Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Immerhin stellt Rauh in einer weiteren Arbeit fest, daß heilberufliche und pädagogische Kräfte im Kleinkind- und Vorschulbereich vor allem nach Behandlungsmodellen und pädagogischen Modellen mit Kindern umgehen, nicht aber deren Fortschritte entwicklungsbezogen wahrnehmen und fördern können. Dies entspricht dem Bereich der schulischen Integration. Auch hier werden weit eher reformpädagogische Modelle gegenüber Frontalunterricht - und dies, wie die Studien zeigen, durchaus erfolgreich - bemüht (vgl. z.B. Wocken und Antor 1987). Nur in den seltensten Fällen (vgl. den Ansatz von Feuser 1989) werden Entwicklungsmodelle als Kern der Didaktik bemüht. Und wo Entwicklungsmodelle bemüht werden, wird zugunsten der allgemeinen Aussage, daß es geistige Behinderung nicht gibt (so Feuser 1996), oft die notwendige Differenzierung in unterschiedliche Entwicklungsmuster vergessen. Immerhin zeigen blinde und gehörlose Kinder ja auch nicht völlig identische Entwicklungsmuster. Und an einem Verständnis der inneren Entwicklungslogik bei verschiedenen zugrunde liegenden Hirnschädigungen fehlt es bei den großen Gruppen wie Autismus oder Trisomie 21 weitgehend und bei kleineren Populationen wie Rett-Syndrom. Marker-X-Syndrom, Angelman-Syndrom usw. erst recht, ganz zu schweigen von einem Verständnis diffuser Hirnschäden wie z.b. bei perinatalen oder durch Krankheit bedingten frühen Schäden des ZNS.

2.2. Psychologische und pädagogische Befunde

Ich möchte Ihnen im folgenden das neue Bild skizzieren, das psychologische und pädagogische Befunde ergeben. Auf die Frage der positiven Erfahrungen mit Integration im Kindergarten und im Schulbereich gehe ich hier nicht im Detail ein, da es mir darauf ankommt, nicht Modelle darzustellen, sondern zu entwickelteren Denkstrukturen für die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Trisomie 21 zu gelangen. Beginnen wir mit Befunden, die das Bild des ewig freundlichen "Mongölchens" grundlegend in Frage stellen, wie es noch das Enzyklopädische Handbuch von 1969 gezeichnet hatte. Bei Wendeler (1988) lesen wir von einer Reihe von psychischen Störungen, welche Trisomie 21 begleiten können: Hyperaktivität und Impulsivität, psychotische, psychoneurotische aber auch schizophrenieähnliche Reaktionen, passiv-aggressive Persönlichkeitsbilder, Anpassungsprobleme, ja sogar psychogene Magersucht werden als früher übersehene Begleiterscheinungen unterdessen in bestimmten Fällen bemerkt. Sie scheinen aus der größeren Verwundbarkeit der Kinder durch ungünstige Lebensbedingungen erklärbar zu sein. Eine unlängst publizierte Studie (Pueschel u.a. 1996) legt nahe, daß die Entwicklung von psychiatrischen Störungen und des Verhaltens allgemein bei Kindern mit Trisomie 21 ähnlich wie bei ihren Geschwistern verläuft, also vor allem von familiären und Umweltbedingungen abhängig ist. Deutliche Differenzen dieser Kinder zu ihren Geschwistern fanden sich in Pueschels Studie im Sinne einer Hyperaktivität einerseits und eines deutlicheren sozialen Engagements andererseits.

Beginnen wir nun damit, das neue Bild in positiver Hinsicht zu konturieren. Das Leistungsspektrum ist höchst unterschiedlich und reicht von Kindern mit geistiger Behinderung bis hin zu Lernbehinderung. Die meisten Kinder besuchen eine Schule für geistig Behinderte, jedoch sind auch Lernbehindertenschulen, verschiedene Spezialsonderschulen aber auch Integrationsklassen an Regelschulen an der Erziehung und Bildung beteiligt. Etliche Kinder lernen Lesen und Schreiben sowie Ansätze des Rechnens. Ihre sozialen Fähigkeiten werden höher eingeschätzt als die schulischen und sind ebenfalls in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ein dem Thema "Down-Syndrom" gewidmetes Heft des Fachdienstes der Lebenshilfe (Süß und Schädler 1995) faßt folgende Elemente des heutigen Verständnisses zusammen:

  • 1. In den ersten fünf Lebensjahren erfolgt die Entwicklung etwa im halben Tempo wie bei nichtbehinderten Kindern ;
  • 2. ihre geistige Entwicklung schreitet schneller voran als die motorische;
  • 3. Kinder mit Trisomie 21 brauchen mehr Zeit, um auf Reize zu reagieren;
  • 4. sie reagieren bereits auf geringste Anforderungen höchst empfindlich und mit ausweichendem Verhalten.
Der Deckeneffekt ihrer Entwicklung scheint nach Meinung der Fachliteratur gegenwärtig etwa bei einem Intelligenzalter von ca. 5 Jahren zu liegen. Damit erreichen sie im Sinne des Entwicklungsmodells von Piaget die entwickelte anschauliche Intelligenz des späten Vorschulalters (und u.U. auch die konkrete, oberbegriffliche Intelligenz des frühen Schulalters). Hierbei wird jedoch ein Tatbestand übersehen, auf den m.W. erstmals Probst (1981) aufmerksam gemacht hat: Das Denkniveau geistig behinderter SchülerInnen liegt meist eine Stufeüber ihrem Sprachniveau. Wir haben demnach die gegenwärtigen festgestellten Entwicklungsgrenzen als gegenwärtig und nicht als absolut anzusehen. Zudem sollte uns eine Bemerkung von Franz Weinert vom Max-Planck-Institut in München nachdenklich stimmen, daß wir im Alltag selbst kaum mehr als das präoperationale Niveau des späten Vorschulalters realisieren und nur in besonderen Aufgabenzusammenhängen uns höherer Denkniveaus bedienen (1993, S. 111).

Überblickartig lassen sich die besonderen Probleme bei Trisomie 21 gegenwärtig über die benannten Punkte hinaus wie folgt benennen (Zigler und Hodapp 1991):

  • Sprachentwicklungsstörungen. Menschen mit Trisomie 21 zeigen im allgemeinen eine deutliche Sprachentwicklungsstörung sowohl im phonologischen Bereich, als im Vokabular als auch insbesondere in der Grammatik.
  •  Ihre sozialen Fähigkeiten sind recht hoch, insbesondere dort, wo es darum geht, mit anderen umzugehen und Regeln zu beachten.
  •  Ihre Fähigkeit zum Affektausdruck ist deutlich reduziert.
  •  Sie konzentrieren sich eher auf einzelne Merkmale als auf deren Umgebung und sie gewöhnen sich langsamer an Situationen; rückversichernde Blicke zu anderen Personen verwenden sie seltener.
  • Besondere Probleme zeigen sie beim Übergang von einem Entwicklungstadium zum anderen, oft scheinen sie hier vorher beherrschte Fähigkeiten zu verlieren,
  •  Mit dem Alter sinken ihre IQ-Werte
  •  Und schließlich werden sie von ihren Müttern genau so komplex mit Anregungen versorgt wie andere Kinder gleichen Sprachniveaus, allerdings, so die Autoren dieses Überblickreferats, eher "didaktischer und sich einmischender Weise" (ebd. S.41).
Eine Längsschnittstudie von Pueschel (1986) legt nahe, daß es in der Entwicklung der Fähigkeiten spezifische Zusammenhänge gibt. Die spätere Entwicklung hängt u.a. von dem Niveau des anfänglichen Muskeltonus ab, das immer in bestimmtem Umfang erniedrigt ist. Die frühe Entwicklung in den ersten Monaten, insbesondere die Unterstützung der Eigenmotivation, wie dies Rauh später differenziert (1991), spielt eine deutliche Rolle für die weitere Entwicklung. Von der Fähigkeit der Eltern, mit den aufgetretenen Problemen umzugehen bzw. auch empfohlene Maßregeln zu übernehmen, hängt die geistige Entwicklung im zweiten und dritten Lebensjahr ab; für die Sprachentwicklung und die gesamte motorische Entwicklung in diesem Alter hat der frühe reduzierte Muskeltonus immer noch eine erstaunlich hohe Bedeutung.

Zahlreiche komplizierte Faktorengruppen und Zusammenhänge sind also im Spiel. Wo demnach beginnen?

Ich habe mich entschieden, Ihnen Probleme und Befunde ebenso wie Möglichkeiten der Veränderung in der folgenden Reihenfolge darzustellen: Langsamkeit als Grundproblem der motorischen Entwicklung, Probleme der intellektuellen Entwicklung, sprachliche Entwicklung, affektive Regulation, um dann abschließend auf einige neuere neuropsychologische Befunde hinzuweisen, die uns weitere Aufklärung bringen können.

2.2.1. Die Entdeckung der Langsamkeit

Noch weitgehend unbemerkt in der bisherigen Diskussion über Trisomie 21 hat eine Forschungsgruppe um Mark Latash in Chicago in einer Reihe von Studien bemerkenswertes zur motorischen Entwicklung bei Trisomie 21 herausgefunden (Latash 1993, S. 283 ff.). Allgemeine Bewegungscharakteristika sind hier die folgenden: längere Reaktionszeiten bei einfachen Bewegungen, der uns schon bekannte niedere Muskeltonus, geringere Kraft bei willentlicher Muskelkontraktion, umgesetzter Einsatz von Gelenken bei komplexeren Bewegungen. Dies alles entspricht dem Bild von größeren Koordinationsproblemen und damit geringerer Bewegungsdynamik, legt man die klassische Bewegungsphysiologie von Bernstein, der sich Latash verpflichtet sieht, zugrunde. Übermäßiger Krafteinsatz und erhöhte Variabilität kennzeichnen die Bewegungsmuster, genauso wie bei uns, wenn wir ein neues Bewegungsmuster, wie Radfahren, Schlittschuhfahren, Tanzen usw. erstmalig produzieren. Die Gruppe um Latash untersuchte nun einfache statt komplizierter Bewegungsmuster und fand hier vergleichbare Probleme: flatternde kinetische Flugbahnen, plötzliche Hopser u.a.m. Allerdings ließen sich bei allen Versuchspersonen sehr deutliche Trainingserfolge herausbilden. Auf Grund der Untersuchungsergebnisse vermutet Latash, das es in zentralnervöser Hinsicht vorrangig die Geschwindigkeitskomponente ist, die gestört ist. Woher dies kommt, muß gegenwärtig offen bleiben. Jedenfalls ist die Langsamkeit selbst bereits eine Anpassungsleistung an die im Vergleich zu nichtbehinderten Menschen anderen körperlichen Bedingungen. Lieber wird eine submaximale Geschwindigkeit in Kauf genommen, als ein erhöhtes Fehlerrisiko. Unter motivationspsychologischen Gesichtspunkten betrachtet dominiert das Motiv der Mißerfolgsvermeidung sehr früh über das der Erfolgsorientierung. Eindeutige Leistungsverbesserungen sind immer dort zu erzielen, wo ein Vertrauen in die Sicherheit des Versuchsaufbaus erreicht wurde. Rehabilitationsversuche, die diese primären Zusammenhänge nicht berücksichtigen, so Latash, werden eher zur Verschlechterung als zur Verbesserung führen. Denn sie beanspruchen, besser zu funktionieren als das ZNS der betroffenen Menschen selbst, das diese in die Lage versetzt, primäre Probleme mit dem primären Kompensationsmechanismus der Langsamkeit zu bewältigen.

Daß ein wesentliches Grundproblem bei Trisomie 21 die Bewältigung der Freiheitsgrade des Bewegungsapparates ist, geht auch aus einer unlängst erschienenen Studie von Haw u.a. (1996) hervor. 90% von Menschen mit Trisomie 21 (Stichprobe: N = 145) zeigen abnormale Bewegungen in Form von Dyskinesien, insbesondere im orofacialen Bereich. Es bestehen höchst deutliche Beziehungen zwischen der Dyskinesie und dem Sprachverhalten sowie zur Selbstpflege, zur praktischen und zur intellektuellen Geschicklichkeit. Die Dyskinesie scheint ein Marker für die Schwere der Grundstörung zu sein.

Woher auch diese Langsamkeit kommt, ich komme hierauf noch zurück, wir haben sie als Ausgangsbedingung zu berücksichtigen.

2.2.2 Intellektuelle Entwicklung

Kinder mit Trisomie 21 durchlaufen im Wesentlichen die gleichen Entwicklungsstadien wie nichtbehinderte Kinder. Dabei können sie von Unterstützung außerordentlich profitieren, wie eine Studie von Jennifer Wishart (1988) zeigt.

Kinder mit Trisomie 21 erhielten vier Testaufgaben um Niveaus der Intelligenzentwicklung nach Piaget herauszubilden und zu überprüfen. So lautete die einfachste Aufgabe, bei einem Gegenstand (z.B. ein Ball), der vor ihren Augen unter eine Tasse gelegt wurde, die Tasse hochzuheben. Bei der schwierigsten Aufgabe wurde der Ball unter eine von zwei Tassen gelegt, die Tassen hin- und hergeschoben. Diese Aufgabe wurde viermal hintereinander ausgeführt, um Erfolge durch Raten auszuschließen. Die Kinder mit Trisomie 21 aus der Versuchsgruppe zeigten mit zunehmender Übung Leistungsanstiege, auch dann als in der Vergleichsgruppe das Interesse nichtbehinderter Kinder an diesen Aufgaben schon abnahm. Dabei stellt sich allerdings heraus, daß die Kinder oft auf der nächsten Entwicklungsstufe den vorher gemachten Lernschritt verloren, also über schlechtere Möglichkeiten verfügten, Wissen zu festigen. Zudem hatten sie die Tendenz, sehr schnell die Lernsituation zu verlassen, wenn die Aufgabe nicht ihrer nächstmöglichen Entwicklung Rechnung trug. Eben solche Vermeidungsstrategien zeigten sie bei schon erworbenem Wissenstand. Ihre sozialen Fähigkeiten konnten sie sehr kompetent zur Vermeidung von Lernen einsetzen.

Vergleichen wir dies mit den Ergebnissen von Latash, so dürfen wir annehmen, daß die Kinder längere Zeit für die Dynamisierung einer Leistung benötigen und eine größere Absicherung brauchen, damit sie stabil lernen können. Ich kann daher Hellgard Rauh voll zustimmen, daß es weitaus wichtiger ist, die Lernmotivation der Kinder zu unterstützen, als bestimmte Meilensteine der Entwicklung möglichst schnell abzuhaken. Hinzu kommt, daß - ersichtlich aus den gleichen Gründen der Langsamkeit - ihre Selbstkontrollmechanismen schlechter entwickelt sind, sie daher empfindlicher, ablenkbarer, emotional verletzbarer sind, als andere Kinder und deshalb eine Vielzahl an Vermeidungstrategien von Mißerfolgen aufbauen. Übrigens paßt in das bisher gezeichnete Bild auch der Verlust einer schon erworbenen Leistung beim Erreichen einer höheren Stufe. Dies ist ein allgemeines Problem im Übergang von einer Entwicklungstufe zur anderen, auf das m.W. Vygotskij (u.a. 1987) zu Beginn der 30er Jahre erstmalig aufmerksam gemacht hat. Beim Übergang gehen Leistungen verloren, die sich erst später wieder zeigen. Dies hat etwas zu tun mit der Umformung des affektiv/emotionalen Sinns, also vor allem mit der Motivation, die sich mit Erreichen eines höheren Niveaus verändert. Da Kinder mit Trisomie 21 sich sehr viel mehr auf das Gelingen jeder Aufgabe konzentrieren müssen, sind sie ersichtlich länger in einem kritischen Bereich, als nicht behinderte Kinder. Entsprechend deutlicher erscheint der scheinbare Verlust des schon Gelernten. Hinzu treten, im Einklang mit dem bisherigen Bild und als Resultat der Langsamkeit, längere Aufnahmezeiten ins Gedächtnis, so daß durch rückwirkende Hemmung eine Leistung nicht mehr oder zunächst nicht mehr verfügbar sein kann.

2.3. Trisomie 21: Die schwerste Sprachstörung?

Amerikanische Autoren sprechen z.T. von Menschen mit Trisomie 21 als den "most severely handicapped" (Fowler 1990, S. 306). Dies scheint wenig in Einklang zu stehen mit den durchaus vorhandenen Sprachfähigkeiten, betrachten wir diese im Verhältnis zu anderen nichtsprechenden, behinderten Menschen. Trotzdem, die Äußerung ist nicht ganz ohne Berechtigung. Beginnen wir mit der Situation des Sprachlernens.

Für Kinder mit Trisomie 21 bestehen ebenso wie für ihre Mütter besondere Probleme in der Transaktion von Sprache, also im Abstimmen der jeweils eigenen Rolle im dialogischen und kommunikativen Austausch. Aus Untersuchungen früher Sprachentwicklungsprozesses von Kindern durch Mechthild Papoušec (1995) vom Max-Planck-Institut in München wissen wir, wie vielfältig und höchst differenziert frühe Dialoge zwischen Müttern und Kindern abgestimmt sind. Betrachten wir nun Dialoge von Müttern und Kindern mit Trisomie 21, so finden wir gewisse Unterschiede. Dies zeigt sehr deutlich eine Untersuchung von Tannock (1988).

Verglichen wurden 11 Kinder mit Trisomie 21 und 11 nichtbehinderte Kinder, jeweils im Vorschulalter, bei ihren Interaktionen mit den Müttern Dabei wurden verschiedene Kontrolltechniken der Mutter (Kontrolle des Antwortverhalten des Kindes, Kontrolle der Aufmerksamkeit auf die Situation, Kontrolle der Situation durch längere eigene Sprachbeiträge) untersucht. Es zeigte sich, daß Mütter von Kindern mit Trisomie 21 in allen Aspekten direktiver und kontrollierender waren als Mütter der nicht behinderten Kinder. Insbesondere zeigten sich beim dritten Kontrolltyp häufig Simultanhandlungen der Kinder. Weil das Kind nicht reagierte, nahm die Mutter an, es habe sie nicht verstanden, und während sie die Aufforderung neu formulierte reagierte das Kind. Die Kinder brauchten also mehr Zeit für die Kommunikation, die ihnen die Mütter oft nicht ließen. Trotzdem interpretiert Tannock das Verhalten der Mütter als notwendiges Gerüst, um die Kinder zur Kommunikation zu führen, indem sie Sprache initiieren.

Vor einer solchen Interpretation muß aus verschiedenen Gründen gewarnt werden.

Zum einen zeigt die Studie von Mechthild Papoušec (1995), daß schon sehr früh, etwa mit dem Übergang zum zweiten Lebensjahr, die Aktivitätsanteile in der Kommunikation zwischen Kindern und Müttern zu Gunsten des Kindes verschieben. Sobald die Kinder also ein bestimmtes Intelligenz- und Entwicklungsniveau erreicht haben, das in der Regel bei der Nutzung erster Wörter oder Worteile vorliegt (Stadium IV oder höher nach Piaget) verschieben sich die Aktivitätsanteile in der Kommunikation zwischen Mutter und Kind höchst deutlich zu einem sehr viel höherem Umfang auf Seiten des Kindes. Wenn die Mutter sich also nicht zurücknimmt, und in diesem Fall dem Kind anpaßt, unterdrückt sie die notwendigen Anteile des Kindes für seine Sprachentwicklung.

Mein zweiter und direkter Einwand beruht jedoch auf einer vor kurzem erschienenen Studie von Harris u.a.. (1996). Die AutorInnen untersuchten 28 Kinder mit Trisomie 21 und ihre Eltern sowie 17 normal entwickelte Kinder und ihre Eltern. Die Eltern von Kindern mit Trisomie 21 verwendeten im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich mehr Zeit darauf, die Kinder auf ein vorgegebenes Spielzeug zu orientieren oder bei Verlust der Aufmerksamkeit wieder einen Aufmerksamkeitswechsel auf dieses Spielzeug zu erreichen, als sie bei selbstgewählten Spielsachen zu unterstützen. Der Gewinn im Sprachverständnis korrelierte jedoch direkt mit der Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit bei dem vom Kind selbst gewählten Spielzeug. Negativ wirkte sich die Wegverlagerung vom selbstgewählten Spielzeug und ein zu schneller Aufmerksamkeitswechsel aus. Bei nichtbehinderten Kindern erweiterte sich das Sprachverständnis auch bei rascherem Aufmerksamkeitswechsel und bei Aufmerksamkeitserhalt bezogen auf das von der Mutter gewählte Spielzeug.

Aus einem dritten Grund kommt einer sorgfältigeren und nicht direktiven Abstimmung der Mutter-Kind-Interaktion im frühem Sprachaustausch bei Trisomie 21 hohe Bedeutung zu. Kinder mit Trisomie 21 lernen ab dem Zeitpunkt schneller eine Sprache, wo sie einzelne Wörter auf einen Gesamtbegriff zurück beziehen können, so z.B. zwei unterschiedliche Puppen auf den Begriff Puppe (vgl. Mervis und Bertrand 1995). Ein derartiger Rückbezug ist jedoch durch die Unterstützung selbst initiierter Tätigkeit des Kindes, so schließen wir, schneller zu erreichen, da sich das passive Sprachverständnis bessert, also das Verständnis für die von der Mutter in der Situation verwendeten Begriffe (vgl. meine Diskussion der Forschungsergebnisse von Weigl 1983 in Jantzen 1987, S. 215).

Gehen wir nun über zum Sprachaufbau beim Kind selbst, so zeigen sich bereits in der frühen Lautbildungsphase leichte Verzögerungen. Kinder mit Trisomie 21 (N =13 zwischen 4 und 18 Monaten) entwickeln verzögert vorsprachliche Vokalisationen im Alter von 6,6 bis 13,3 Monaten gegenüber nichtbehinderten Kindern im Alter von 4,3 - 8,4 Monaten. Ihre Vokalisationen sind weniger stabil. Dies hängt vermutliche mit Hypotonie und fehlender Ausprägung der Mundmotorik zusammen, so Lynch et.al. (1995). Ein entsprechend verzögerter Spracherwerb findet auf der lexikalischer Ebene statt. Allerdings setzt sich der Aufbau des Lexikons entgegen früheren Vermutungen im Erwachsenenalter fort, so unlängst publizierte Ergebnisse von Rondall (1993) die eine Entwicklung der mittleren Satzlänge (MLU) von 1,26 Wörtern bei vierjährigen Kindern mit Trisomie 21 über 2,87 bei 9;9-jährigen, 3,40 bei 11-jährigen und 5,98 bei 26;6-jährigen berichtet. Phonemkompetenz und lexikalische Kompetenz entwickeln sich demgemäß zwar verzögert, sind aber entwickelbar. Auf ein ganz anderes Problem stoßen wir, vergleichen wir Kinder mit Trisomie 21 mit behinderten oder nichtbehinderten Kindern, welche Sätze vergleichbarer Satzlänge produzieren. Hier zeigen sich in der Regel vergleichbare Werte der Kinder mit Trisomie 21 unter pragmatischem Aspekt, also ob und welche Handlungsbezüge der Satz in der Situation aufweist, und unter lexikalischem Aspekt (Umfang des Wortschatzes). Deutlich reduziert sind in diesem Vergleich jedoch die grammatikalischen bzw. syntaktischen Fähigkeiten von Kindern mit Trisomie 21. Und in diesem Kontext macht die Äußerung von der schwersten Sprachstörung Sinn.

Was bedeutet eine grammatikalisch-syntaktische Störung? Sie bedeutet, daß mit vorhandenen Wörtern Sätze schlechter programmiert werden können. So ergab die Untersuchung von 11 jährigen Kindern mit Trisomie 21 und einem durchschnittlichen Sprachverständnisalter von 4;2 Jahren, daß sie räumliche Aufgaben wie z.B. "Gib mir den roten Kreis", oder wesentlich schwerer: "Lege den weißen Kreis vor das blaue Quadrat", weitaus besser verstehen und lösen konnten als syntaktische Aufgaben, die im Kopf eine zeitliche Ordnung oder eine Umorganisation der Aufgabe verlangten: so z.B. "Nimm den großen roten Kreis und das kleine grüne Quadrat" oder "Bevor du den gelben Kreis aufnimmst, berühre das rote Quadrat". Sie haben also Schwierigkeiten mit den zeitlichen Umordnungsaspekten in Sätzen, nicht mit der räumlichen Zuordnung. Nun verlangt aber gerade die Lautsprache ständig eine solche zeitliche Umordnung, so daß wir nicht nur eine Störung in der Sprachproduktion, sondern eine mit diesen Umordungsproblemen einhergehende tiefergehende Störung im Sprachverständnis annehmen dürfen.

Dem hier dargestellten Befund entspricht auch die Beobachtung, daß Menschen mit Trisomie 21 sich leichter simultan als sukzessiv orientieren.

Mit dieser Grundstörung geraten sie zudem in ein Problem, weil es ersichtlich eine kritische Periode für den Grammatikerwerb gibt, nämlich im späten Vorschulalter (vgl. Bellugi 1993 am Beispiel von gebärdensprechenden Kindern). Kinder mit Trisomie 21 brauchen jedoch sehr viel längere Zeit, um Grammatik aufzubauen, und haben nach dieser kritischen Periode nur eher rudimentäre Grammatikstrukturen für die Organisation ihres Denkens zur Verfügung. Ersichtlich bauen sie auf dem simultanen Weg jedoch Situationsgrammatiken auf, sonst wären sie als Erwachsene nicht in der Lage, sich in z.T. recht komplexen Arbeitssituationen zurecht zu finden. Sie gleichen in dieser Hinsicht jenen gehörlosen Menschen, welche in quasi privaten Gebärdensprachen, also weder durch eine konventionalisierte Laut- noch durch eine konventionalisierte Gebärdensprache, Grammatik lernen (vgl. Sacks 1990). Auch sie zeigen vergleichbare Probleme in der weiteren Entwicklung. Gleichzeitig können wir aus diesem Vergleich Anregungen für die Zukunft gewinnen, denn die entwickelte Gebärdensprache verfügt über eine vorrangig räumlich organisierte Grammatik und nicht wie die Lautsprache über eine vorrangig zeitlich organisierte. Sie sollte also für den frühenAufbau von Grammatikkompetenz nützlich sein.

Die bisherigen Forschungen sagen zu dieser Frage noch nicht allzu viel. Soweit Gebärdensprachen gleichrangig verwendet wurden, zeigen sich mit der Lautsprache vergleichbare Ergebnisse. Allerdings sind verändertete Ergebnisse auch weniger bei der Phonologie, auf die sich die bisherigen Studien vor allem beziehen, als beim Lexikon und insbesondere bei der Grammatik zu erwarten. Zumindest bedarf die Frage einer zusätzlichen Nutzung von Gebärden - aber hier wiederum durch kompetente Nutzer - einer sorgfältigen Prüfung. Immerhin beantworten Remington und Clarke (1996, S. 140 f.) in einem unlängst erscheinenen Sammelband zum Down-Syndrom (Rondal et al. 1996) die Frage nach dem Nutzen alternativer, nicht lautsprachlicher Kommunikationssysteme mit einem "vorsichtigen Ja". Darüber hinaus zeigen die heutigen Ergebnisse der Förderung bei jenen Kindern, die den Regelschulbereich erreichen, daß auch hier mehr an Grammatikverständnis erreichbar ist, als bisher gedacht. Hierbei kann nach jüngsten Forschungen eine sehr frühe Unterstützung im Erwerb der Lesefähigkeit von hohem Nutzen sein. Nach Buckley u.a. (1996, S. 126) sollte bereits auf dem Niveau des Wortverständnisses für einzelne Wörter gleichzeitig mit dem Lesen begonnen werden (entsprechende Fachliteratur für die Hand der Eltern zur Unterstützung früher Kommunikation sowie zum Lesenlernen bei Trisomie 21 liegt in den Publikationen von Kumin 1994 sowie von Oelwein 1995 für den angloamerikanischen Sprachbereich in Buchform vor).

Aufgrund verschiedener Grammatikerwerbsmodelle nehme ich an, daß das Problem des Grammatikerwerbs selbst aufs engste mit Bewegung und Handlungskompetenz zusammenhänge und hier sich die Grundstörung im Sinne der Langsamkeit auch langfristig am deutlichsten niederschlägt (zu meinen grundsätzlichen Überlegungen in dieser Hinsicht vgl. Jantzen 1987, Kap. 5).

Immerhin zeigen einige Untersuchungsergebnisse, daß höhere Kompetenz auch über die Stärkung nichtsprachlicher Bereiche, insbesondere die des symbolischen Spiels, also des Rollenspiels aufgebaut werden können. Symbolspielentwicklung und Sprachentwicklung scheinen bei Menschen mit Trisomie 21 ebenso eng verknüpft zu sein wie bei nichtbehinderten (Zigler und Hodapp 1991) und höhere kognitive Niveaus im Spiel ebenso wie in der Sprache wiederum scheinen mit einem höheren Maß an Wohlbefinden und einem höheren Maß an positiven Affekten einherzugehen. Kinder beim Umgang mit eigenem Spielzeug zu unterstützen, bei Rollenspielen u.a.m. scheint insbesondere für Kinder mit Trisomie 21 eine sehr wichtige Angelegenheit zu sein, da sie ansonsten weniger und geringere Affekte sowie weniger Enthusiasmus und Objektexploration ausdrücken als nicht behinderte Kinder (vgl. Beeghly u.a. 1990).

Ich komme damit zu einem Grundproblem von Trisomie 21, der hohen Empfindlichkeit gegenüber Überforderungen bei gleichzeitig insgesamt reduzierter Affektivität. Diese hohe Empfindlichkeit zeigt sich ja auch im Bereich jener psychopathologischen Syndrome, die man früher bei den "fröhlichen Mongölchen" nie vermutet hätte. Ich sprach schon von der reduzierten Affektivität: Lächelreaktionen und andere emotionale Reaktionen erscheinen bei Trisomie 21 Kindern weitaus schwächer ausgeprägt und die Mütter entwickeln eine besondere Sensibilität diese Ausdrucksformen wahrzunehmen, so die Forschung (Zigler und Hodapp 1991). Wie paßt dies ins Bild?

2.4. Affektive und motivationale Regulation

Ohnedaß ich hier auf Details der inneren Zusammenhänge von Emotionen, Motiven, Bedürfnissen usw. hier eingehen kann, mag uns folgender Grundgedanke helfen. So wie es aussieht, verfügen Kinder mit Trisomie 21 über alle Bedürfnisse wie andere Kinder auch: nach Nähe zu anderen Menschen und Kontakt zu ihnen, nach Orientierung und Exploration der Welt usw. Ersichtlich haben sie aber viel weniger Korrekturmechanismen dafür, wenn etwas schief geht (vgl. Rauh a.a.O.). Insbesondere sind sie durch die Problematik der Langsamkeit ihrer zentralen Bewegungsprogrammierung ständig in der Situation, immer wieder in neue Situationen zu geraten, die zu schwierig für sie sind. Und wegen der Langsamkeit dieser Mechanismen können sie auch nur relativ wenige und umfassende Korrekturmechanismen aufbauen. Also lernen sie, je nach Struktur der Lernsituation sehr schnell Risikovermeidung. D.h. sie entwickeln in unterschiedlich großem Ausmaß Mißerfolgsmotivation und nicht Erfolgsmotivation. Ihr Anspruchsniveau reguliert sich tiefer ein. Sei bauen in sich die Strategie auf, Risiken zu vermeiden, oder wie es Latash sagte, submaximale Leistungen zu vollbringen. Damit bauen sie aber eine Grundhaltung auf, welche PsychologInnen eher als Lageorientierung denn als Handlungsorientierung bezeichnen.

Eine solche Orientierung ist oft mit negativ getönter Affektivität, z.T. auch depressiver Stimmung korreliert. Zu diesem Tatbestand würde es passen, daß Kinder mit Trisomie 21, die ein reiferes Spielalter erreichen, emotional positiver gestimmt sind, mehr explorieren usw. Wie paßt es aber zu dieser Tatsache, daß einerseits die Affektivität von Kindern mit Trisomie 21 als sehr schwach ausgeprägt dargestellt wird, andererseits sie im Klischee die typischen freundlichen 'Mongölchen' sind?

Das letztere können wir ersichtlich als soziale Kompensationshandlung betrachten, eine der vielen, mit denen sie Anforderungen ausweichen. Wenn sie darin bestärkt werden, andere sie lustig finden usw. und sie niemand im Leistungsbereich ernst nimmt, so bauen sie ersichtlich eine soziale Kompensation auf, in welcher es ihnen im allgemeinen gelingt, eine positive Befindlichkeit ihrer Umgebung zu produzieren.

Schwerer ist es jedoch, das Problem der generell niedrigeren affektiven Regulation zu klären. Hier wüßte ich lediglich den Interpretationsvorschlag anzubieten, Störungen in der Körperwahrnehmung anzunehmen, die generell den Status der Affektivität reduzieren. Wer die schöne Geschichte von Oliver Sacks über die "Körperlose Frau" (1989) oder auch andere seiner Fallgeschichten kennt, weiß, daß durch Störungen in der Körperwahrnehmung kennt, weiß daß durch Störungen in der Körperwahrnehmung, wie sie bei bestimmten Hirnverletzungen auftreten auch eine gewisse emotionale Entfremdung von der Welt und sich selbst auftritt, die früher von Neurologen und Psychiatern mit dem bösen Wort der 'emotionalen Verflachung' benannt wurde (vgl. zur Problematik der Neurologie des Körperselbst auch Rosenfiled 1993). Gibt es Argumente dafür, den letzten hier noch offenen Punkt meiner Argumentation zu klären? Ich denke es gibt sie. Um Ihnen diese Argumente vorzustellen, mache ich einen kurzen Abstecher zur Organisation des Gehirns und der Bedeutung dieser Organisation für den Aufbau der psychischen Prozesse. Die Wissenschaft, die sich mit diesen Problemen befaßt, ist die Neuropsychologie.

2.5. Neuropsychologie des Down-Syndroms

Natürlich ist es hier nicht möglich, auch nur annähernd in neuropsychologisches Denken einzuführen; was ich Ihnen aber berichten kann ist folgendes: Es gibt Korrelate im Zentralnervensystem, die geeignet sind, die von mir dargestellten Sachverhalte zu erhellen. So zeigen sich bei Menschen mit Trisomie 21 bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt in der intrauterinen Entwicklung (16. Gestationswoche) Veränderungen im Zellverhalten innerhalb des ZNS, die in diese Richtung gehen. Ebenfalls in diese Richtung geht die mangelhafte Synthese des Neurotransmitters Acetylcholin, der an der Regulation motivationaler Aufmerksamkeit beteiligt ist. Die Synthese dieses chemischen Botenstoffs ist insbesondere im Zusammenhang jener subkortikalen Kerne gestört, die an gerichteter Aktivierung und am Aufbau motivierter Handlung beteiligt sind. Auch dies mag einen Teil des Langsamkeitsproblems ausmachen. Hierher gehören auch die reduzierte Synthese von Noradrenalin, das zur Streßvermeidung im Sinne der Körperaktivierung dient ebenso wie die Reduzierung des Myelinbetrags in der weißen Substanz, also eine Reduzierung der Markscheidenbildung als Voraussetzung schnell leitender Nervenprozesse.

Für Störungen im Körperselbstbild spricht, daß derartige Störungen im Kontext von Störungen jener subkortikalen Kerne auftreten, die auch bei Trisomie 21 in Mitleidenschaft gezogen zu sein scheinen, und daß ferner auch in bestimmten Feldern der Großhirnrinde, die mit Wahrnehmungsverarbeitung zu tun haben, die Neuronendichte erheblich reduziert ist: und zwar nicht nur den optischen und akustischen Bereich betreffend, sondern auch den Bereich der Körperselbstwahrnehmung. Auch die oben erwähnte Hyperaktivität verweist als häufig bei derartigen Störungen festzustellende primäre Kompensationsleistung in die gleiche Richtung.

Für weitere Details muß ich hier auf eigene Ausführungen an anderer Stelle (Jantzen 1990, Kap. 8, insb. 8.4.2) sowie ein in Arbeit befindliches Buch zur Neuropsychologie der geistigen Behinderung verweisen.

3. Schlußbemerkung
Ich hoffe, Ihnen mit der Rekonstruktion des gegenwärtigen Forschungsstandes viele Anregungen gegeben zu haben, über Erziehung und Bildung von Menschen mit Trisomie 21 nachzudenken. Das Bild das sich abzeichnet, hat mit dem alten Klischee kaum noch Ähnlichkeit. Es ist das Bild von lernenden und sich entwickelnden Menschen unter höchst schwierigen Bedingungen, unendlichen Schwierigkeiten und Problemen ausgesetzt, die unserer Solidarität, Zuwendung und Vernunft bedürfen, um ein wahrhaft menschliches Leben führen zu können. Das neue Bild von Trisomie 21 ist von dem alten des Mongolismus himmelweit verschieden und stimmt höchstens im Namen überein, "so wie das Sternbild Hund und der bellende Hund übereinstimmen", um jenes Zitat von Spinoza (1989, S. 23; Ethik, Buch 1, Lehrsatz 17, Anmerkung) zu bemühen, mit dem der große Psychologen Vygotskij (1985, S. 277) den Unterschied zwischen der Psychologie der Vergangenheit und jener der Zukunft gekennzeichnet hat.


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