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Maurice Schuhmann (Univ. Paris): Max Stirner

Der Prozess, den Stirner zum Weg zur Eigenheit in seinem Hauptwerk "Der Einzige und sein Eigentum" abstrakt darstellt, verläuft in der ersten Stufe über die Revolte. Das Individuum muss sich von "fixen Ideen" befreien, d.h. Wahnvorstellungen und Ideologien, die das Individuum in seiner Denk- und Handlungsfreiheit beschränken. Dieser Akt der Revolte führt über die bloße Befreiung hinaus zur Selbstermächtigung des Individuums und damit zur Entwicklung des "Besessenen" (unbewusster Egoist) zum "Einzigen" (bewusster Egoist) .

Zum Forschungsprojekt

Selbstermächtigung

  • Unter dem Begriff der Selbstermächtigung verstehen wir ein Deutungsmuster „fü>r eine sich ausbreitende normativpolitische (Protest-)Einstellung in ’spätmodernen’ Gesellschaften (...). Er umreißt eine generelle Unzufriedenheit mit den institutionellen Rahmenbedingungen, den damit verbundenen Machthierarchien und der daraus resultierenden ’Entmündigung’ des ’normalen Bürgers’ und fordert – selbstbewusst und offensiv – dazu auf, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, seine individuellen Ansprüche nicht nur zu formulieren, sondern auch – aktiv – durch, ’Selbsttätigkeit’ umzusetzen –, auch wenn dies bedeutet, gegen die eingespielten Regeln und etablierten Strukturen der institutionellen Ordnungen zu verstoßen. Noch mehr: Selbstermächtigung heißt zunehmend, die vorgegebenen Institutionen und damit die institutionelle Ordnung ’spätmoderner’ Gesellschaften bewusst in Frage zu stellen und in letzter Konsequenz durch neue Formen der ’freien’ Selbstorganisation zu überwinden." www.selbstermächtigung.net)

    Albrecht/Gebhardt/Geulen/Liebert, 2012

    www.selbstermächtigung.net