Vortrag auf der Tagung „Risikodiskurse, Diskursrisiken: Europäische Perspektiven auf den sprachlichen Umgang mit Technikrisiken“ an der Universität Heidelberg am 10.9.2013[1]

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Vorgehen
  3. Veränderte Rahmenbedingungen für die Genese enzyklopädischen Wissens
    1. Ubiquität des Risikos
    2. Legitimationskrise der Wissenschaft
    3. Selbstermächtigung
    4. Mediatisierung
  4. Praktiken des Enzyklopädie-Schreibens
    1. Vergleichsmerkmale
    2. Traditionelle Enzyklopädien am Beispiel der Encyclopædia Britannica
    3. Freie Enzyklopädien
      1. Nupedia
      2. Wikipedia
      3. Stanford Encyclopedia of Philosophy
    4. Zusammenfassende Betrachtung
  5. Fazit
  6. Literatur

Einleitung

In letzter Zeit ist das Internet vor allem als Raum für Überwachung, Gewalt und Hass in Erscheinung getreten. Dabei rückten die kooperativen Prozesse in den Hintergrund, die in den ersten Visionen etwa bei Memex oder auch bei der Errichtung des WWW die Motivation waren und die Hoffnung auf eine Demokratisierung des Wissens aufkeimen ließen (vgl. Liebert 2001, 2002 u.a.).
Die folgenden Überlegungen sollen diese Evolution der Kooperation durch Neue Medien in den Blick nehmen, insbesondere in ihrer Bedeutung für die Wissenschaft. Wissenschaftliches Wissen in gegenwärtigen Enzyklopädien ist den spezifischen Rahmenbedingungen der von Ulrich Beck so genannten „Risikogesellschaft“ ausgesetzt, die auch mit einer Legitimationskrise der Wissenschaften und massiven Veränderungen der Medienlandschaft und der gesellschaftlichen Mentalitäten verbunden ist. Daraus entstehen spezifische, gesellschaftliche Bedürfnisse nach Information über Risiken, die eher von einem enzyklopädischen als von einem narrativen Textformat gedeckt werden können. Exemplarisch dafür soll betrachtet werden, wie sich neue Wissensstrategien des Schreibens von Enzyklopädien entwickelt haben, was auch eine neue Sicht auf die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ermöglicht, insbesondere wenn es um die Auseinandersetzung um Risiken geht. Welche Strategien hier ausgemacht werden können und welche sich vielleicht auch als eine mögliche Zukunft ausdenken lassen, soll Thema meines Beitrags sein.

Vorgehen

Daher werde ich einige der gegenwärtigen enzyklopädischen Projekte unter diesem Gesichtspunkt diskutieren. Ich will dies an drei so genannten „freien“, nicht-kommerziellen Enzyklopädien und im Kontrast dazu an einem kommerziellen Beispiel darstellen.


Abb. 1: Online-Enzyklopädien

Das kommerzielle Beispiel ist zugleich auch das prominenteste: die Encyclopædia Britannica[2]. Sie steht für die Enzyklopädie klassischen Typs. Anhand der Encyclopædia Britannica kann man zeigen, dass dieser Typ der traditionellen Enzyklopädie nicht verschwunden ist, sondern dass das in der Medientheorie bekannte Nischenphänomen einsetzt, dass sich also das alte Medium einen neuen Platz in den neuen Medien sucht. Ähnliches gilt für die Fachlexika, die sogar offensiv das Feld bestellen. Dazu zählt auch die ‚Invasion der Handbuchreihen‘, bei der die meisten der hier Anwesenden ja auch ‚Täter‘ sind.

Bei den so genannten „freien“ Enzyklopädien will ich drei unterschiedliche Beispiele betrachten: Die untergegangene Nupedia[3], eine Vorgängerin der Wikipedia. Sie steht für den Versuch, eine freie und kostenlose Variante der traditionellen Enzyklopädie aufzubauen, will also in Konkurrenz zur Encyclopaedia Britannica und ähnlichen Werken treten. Schließlich darf natürlich die prominenteste Vertreterin der freien Enzyklopädien, die Wikipedia, nicht fehlen. Und schließlich werde ich auf die Stanford Encyclopedia of Philosophy eingehen, die aus meiner Sicht ein Zukunft weisendes Format besitzt, zumindest, was die Seite der Artikelgenese angeht. Ich verstehe diese Enzyklopädien dabei als Strategien, mit veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen umzugehen.

Veränderte Rahmenbedingungen für die Genese enzyklopädischen Wissens

Welches sind nun diese veränderten Rahmenbedingungen? Ich will die Rahmenbedingungen für die gegenwärtigen Praktiken wissenschaftlichen Wissens mit den Begriffen der Ubiquität des Risikos, der Legitimationskrise der Wissenschaften, der spätmodernen Mentalität der Selbstermächtigung und der Mediatisierung umreißen. Diese sollen nun diskutiert und zur Analyse herangezogen werden.

Ubiquität des Risikos

Zentral und für das Tagungsthema einschlägig ist natürlich die Ubiquität des Risikos. In den 70er Jahren erschien das naturwissenschaftliche Wissen noch klar trennbar von der Lebenswelt: So erzeugten für Jürgen Habermas (1978), der sich an die Begrifflichkeit Max Schelers anlehnte, die Naturwissenschaften Beherrschungswissen, das nur in Ausnahmefällen für die Lebenswelt relevant wurde und dann von den damals noch spärlich vorhandenen Massenmedien durch die so genannte „Bildungssprache“ vermittelt wurde, so zumindest die damalige Vorstellung.

Heute müssen wir, wenn wir den Begriff des Risikos bzw. des Zusammenhangs von Risiko und Wissen (oder eben Nicht-Wissen) thematisieren, natürlich auf den Begriff der Risikogesellschaft von Ulrich Beck (1986) zu sprechen kommen. Da dies auf unserer Tagung schon mehrfach getan wurde, kann ich mich auf das Wesentliche beschränken: Bekanntlich hat Ulrich Beck einen neuen Gesellschaftstyp ausgemacht, in dem die vornehmlich technisch verursachten Risiken sich in alle lebensweltlichen Zusammenhänge ausbreiten und auch zum zentralen gesellschaftlichen Thema und damit reflexiv werden. Bruno Latour (1998) hat diese Sichtweise noch radikalisiert, als es aus seiner Sicht gar keine ‚reinen‘ wissenschaftlichen Objekte mehr gebe, sondern der Regelfall darin bestehe, dass diese „hybrid“ seien, also immer schon von lebensweltlicher Relevanz. Das heißt auch, dass wir nie genau vorhersehen können, wo und wann welches Risiko in welchem Ausmaß entsteht. Denn auch risikoarme Technologien bzw. Praktiken wie das Schreiben einer SMS können mit einem Kontextwechsel plötzlich eine extreme Gefährdung bergen, wenn ich die SMS etwa schreibe, während ich zugleich ein Fahrzeug steuere.

Legitimationskrise der Wissenschaft

Mit der Ubiquität des Risikos sind zwei Dinge verbunden, einerseits eine stärkere Nachfrage nach wissenschaftlichem Wissen, andererseits aber auch eine sich bereits seit den 60er und 70er Jahren abzeichnende Legitimationskrise wissenschaftlicher Autorität: Insbesondere die technologisch orientierten Wissenschaften zeigen sich für einen großen Teil der zu bewältigenden Risiken verantwortlich – wenn man etwa nur an AKWs und den Genmais als nur zwei Beispiele unter vielen weiteren der hier schon vorgetragenen denkt. Andererseits steht in einem konkreten Krisenfall häufig nicht das passgenaue Wissen zur Verfügung, um die Krise direkt zu meistern. In diesen Fällen wird immer wieder transparent, dass Wissenschaft ein Unternehmen ist, das zu großen, ja sehr großen Teilen, aus unsicherem Wissen und Nichtwissen besteht.


Abb. 2: Eisbergmetapher für das Verhältnis von Wissen und Unwissen[4]

Das Bild des Eisberges in der obigen Abbildung soll dies veranschaulichen. Genau dieses „unter der Oberfläche“ schlummernde Nichtwissen wird in der Öffentlichkeit, aber auch von der politischen Administration und bisweilen auch von der Wissenschaft selbst, tabuisiert. Man denke nur an den Fall der so genannten „L’Aquila-Katastrophe von 2009“, bei der in einem langjährigen Prozess Erdbebenforscher wegen „Verharmlosung“ zunächst zu Haftstrafen verurteilt wurden, als sie ein schweres Erdbeben nicht vorhergesagt hatten[5]. Ein anderes Beispiel sind die Einlassungen der niederländischen Wissenschaftsministerin Jacqueline Cramer 2010, sie wolle „keine weiteren Fehler mehr tolerieren“ – das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) hatte eine Überflutung der Niederlande und ein Schmelzen des Himalaya-Gletschers bis 2035 prognostiziert, musste die Ergebnisse aufgrund von Rechenfehlern aber Anfang 2010 revidieren[6].

Dies sind alles Fälle, in denen in der Öffentlichkeit von einer Art von Unfehlbarkeit der Wissenschaft ausgegangen wird, bei der Nichtwissen oder unsicheres Wissen nicht im mentalen Modell von Wissenschaft enthalten ist. Daher sind die bisher vorgetragenen Arbeiten über Nichtwissen sicherlich von hoher Relevanz.

Selbstermächtigung

Ich komme damit zu einem weiteren beeinflussenden Faktor, der postmodernen oder spätmodernen Mentalität der Selbstermächtigung: Ulrich Beck hat bereits in seinem Konzept der Risikogesellschaft eine Entwicklung zur Individualisierung ausgemacht. Im Bereich der Wissenschaft hat sich dies früh mit einem bestimmten Misstrauen und der daraus folgenden Eigenständigkeit gegenüber wissenschaftlichen Experten verbunden. Diesen die Eigenständigkeit und Eigenkompetenz betonende und gegenüber Institutionen leicht aufmüpfigen Habitus verbunden mit einer vagen Utopie haben wir in unserer Koblenzer Arbeitsgruppe mit dem Begriff der Selbstermächtigung zu erfassen versucht. Als Ergebnis dieser Haltung entstehen Wissens-Brikolagen, die gesteuert von Eigeninteressen unterschiedlichste Wissensbestände synkretistisch mischen und als ‚eigenes‘ Wissen ausgeben. Diese Mentalität der Selbstermächtigung ist dabei nicht auf den Bereich der Wissenschaft beschränkt, sondern lässt sich unserer Ansicht nach auch unter Anderem im politischen und religiösen Bereich zeigen. Selbstermächtigung bedeutet ein Misstrauen gegenüber großen Utopien. Dennoch spielen Utopien eine Rolle. Wir nehmen eine Form des vagen utopischen Denkens an, (also keiner neuen konkreten Weltanschauung), das wir etwa bei der Wikipedia unter der Sinnformel des „freien Wissens“, aber auch im Bereich der Wissenschaft, etwa in der Open-Access-Bewegung[7], sehen können, doch dazu später mehr. Schließlich sehen wir eine Nutzung von wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Quellen, um diese nach den eigenen Interessen zu einem eigenen Wissens- bzw. Kompetenzsystem zusammenzubasteln (‚Brikolage‘). Dies kann zu eindrucksvollen Projekten wie Apache, Linux oder Wikipedia führen, die der kommerziellen Konkurrenz gleichwertig oder teilweise sogar auch besser als diese sein können.

Für den Bereich der Wissenschaft wirkt sich die Mentalität der Selbstermächtigung nun in solcher Weise aus, dass vermehrt Bürgerinnen und Bürger als Einzelne oder in losen Gruppierungen aktiv werden und sich selbst Wissen über das Internet und andere Quellen verschaffen und so ihre Eigenkompetenz teilweise bis zu einem Fast-Experten-Status ausbauen können.[8]

Im Bereich der Linguistik und der Science Policy Studies hat es früh Untersuchungen zu diesem Phänomen gegeben, ich erinnere nur an das Sammelwerk „Aufstand der Laien“ von Max Kerner aus dem Jahr 1996 und den „Golem der Forschung“ bzw. „Golem der Technologie“ von Collins und Pinch (1999 bzw. 2000) sowie unseren Sammelband „Kontroversen als Schlüssel zur Wissenschaft“ (2006). Gerade durch die Mentalität der Selbstermächtigung entstehen neue Informationsbedürfnisse, die ressourcenorientiert sind. Man will sich nicht nur einzelne Geschichten erzählen lassen, man will das ganze Wissen, und man will es sich so zusammenstellen, wie man es selbst für nötig hält. Dadurch entsprechen die systematisierenden Formate wie Enzyklopädien viel stärker den Informationsbedürfnissen und ihnen kommt ein viel höherer Stellenwert zu als den narrativen Formen im Journalismus. Gleichzeitig steigt der Bedarf an „kritischer“ Information, wie sie von Collins und Pinch gefordert werden, insbesondere nach der Zugehörigkeit von Interessengruppen und damit auch der Berücksichtigung eventueller Voreingenommenheiten.

Um diesen Bedarf nach Informationsressourcen zum Zusammenstellen eines eigenen Wissens- und Kompetenzbereiches zu decken, fehlt eigentlich nur noch eins: Neue Medien, mit denen ich diese Informationen erhalte oder auch mitteilen kann: Dass die Selbstermächtigung der so genannten ‚Laien‘[9] überhaupt in nennenswertem Maße zum Tragen kommen kann, hängt mit dem letzten Punkt zusammen, den Friedrich Krotz (2007) mit dem Begriff der „Mediatisierung“ bezeichnet.[10]

Mediatisierung

Medien haben in den letzten Jahrzehnten einen fundamentalen Rollenwandel erfahren. Diese Umwälzungen werden von Krotz und Hepp (2012) und den folgenden Forschungen ausführlich beschrieben. Den für unsere Fragestellung wichtigsten Aspekt stellt das Moment der „Deterritorialisierung“ dar (Hepp 2009), das heißt, das Unabhängig-Werden von einem geografischen Ort, um gemeinsam zu kommunizieren und die Entstehung des McLuhan’schen Globalen Dorfes (McLuhan/Powers 1995)[11]. Ich will hier die Entwicklung und Formen der neuen Medien nicht ausführlich behandeln, da hier nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung steht. Ich möchte lediglich den zweiten Gesichtspunkt der Mediatisierung von Friedrich Krotz berücksichtigen, dass wir es nämlich mit einer Durchdringung der gesamten Lebenswelt zu tun haben, ähnlich wie die Elektrifizierung der Haushalte im 19. Jahrhundert.

Praktiken des Enzyklopädie-Schreibens

Die im Folgenden nun präsentierten Praktiken des Enzyklopädie-Schreibens stellen Strategien des Umgangs mit den eben geschilderten veränderten Rahmenbedingungen der Übiquität des Risikos, der Legitimationskrise der Wissenschaft, der Mentalität der Selbstermächtigung und der Mediatisierung dar. Um die unterschiedlichen Strategien deutlich hervortreten zu lassen, werde ich nun aus der Fülle der möglichen Betrachtungsweisen einen Fokus innerhalb von drei großen Bereichen setzen, den Praktiken der Herstellung oder der Produktion, die Praktiken der Rezeption, und auch das Werk selbst, also Aufbau und Inhalt der Enzyklopädie.
Jedem dieser drei Bereiche sind dann einzelne Merkmale zugeordnet, die den Vergleich ermöglichen sollen.

Vergleichsmerkmale

Im Bereich der Produktion sollen die zwei Merkmalsfelder Autoren und Lektoren unterschieden werden, und zwar im Hinblick darauf, ob Autoren und Lektoren über einen bestimmten Expertenstatus verfügen müssen oder nicht.

Die Vergleichsmerkmale beim Werk sind neben der inhaltlichen Qualität die Transparenz der Artikeländerungen, die Transparenz verschiedener Standpunkte , die Aktualitätsbezogenheit (dynamisch vs. statisch), die Lizenzierungsskala, also ob das Copyright strikt oder – in Abstufungen – frei ist, die Kommerzialität (kommerziell – nicht-kommerziell), das Textdesign und die Produktfamilie (weitere, damit vernetzte Beiprodukte).

Im Bereich der Rezeption soll es schließlich um die Möglichkeit der Einflussnahme der Rezipienten auf die Produktion, insbesondere auf die konkrete inhaltliche und formale Gestaltung des Werks gehen (vgl. Tabelle 1).

Produktion Autoren (Expertenstatus-Skala: Experte – Laie)
Lektoren (Expertenstatus-Skala: Experte – Laie)
Werk Inhaltliche Qualität
Transparenz der Artikeländerungen
Transparenz verschiedener Standpunkte (Artikel, Themen)
Aktualitätsbezogenheit (dynamisch – statisch)
Lizenzierungsskala (Copyright: strikt – frei)
Kommerzialität (kommerziell – nicht-kommerziell)
Textdesign
Produktfamilie
Rezeption Einflussnahme der Rezipienten auf die Produktion (Gestaltung des Werks)

Tabelle 1: Vergleichsmerkmale von freien und kommerziellen Online-Enzyklopädien

Traditionelle Enzyklopädien am Beispiel der Encyclopædia Britannica

Im Bereich Produktion setzt die Encyclopædia Britannica bei der Auswahl der Autoren ausschließlich auf Experten, die von der Encyclopædia Britannica selbst autorisiert wurden. Auch das Lektorat wird von einer professionellen Redaktion besorgt.

Werk: Die inhaltliche Qualität ist durchgängig bei allen Artikeln sehr hoch. Eine Transparenz der Artikeländerungen ist dagegen nicht erkennbar, ebenfalls werden verschiedene Standpunkte nicht systematisch transparent gemacht. Die Aktualität zeigt sich durch eine Titelseite mit aktuelle Bezügen und laufenden Updates. Die Enzyklopädie ist proprietär und kommerziell. Die Professionalität zeigt sich in einem sehr ansprechenden Textdesign, zugleich ist Encyclopædia Britannica Teil einer reichhaltigen Produktfamilie.

Auf der Seite der Rezeption ist festzuhalten, dass sich die Einflussnahme der Rezipienten auf die Produktion auf ein Feedback an die Redaktion beschränkt. Ob diese das Feedback dann aufgreift oder nicht, ist aber ganz ihr selbst überlassen.


Abb. 3: Startseite der Encyclopædia Britannica[12]

Freie Enzyklopädien

Freie Enzyklopädien verschreiben sich dem Ideal des freien Wissens[13]. Dazu gehören je nach Projekt verschiedene Grade der Nutzungsfreiheit, ob man also nur lesen und zitieren darf, oder ob weitere Verwendungsformen möglich sind wie eine Veränderung des Textes oder auch seine kommerzielle Nutzung, ob und wie der Autor genannt werden muss etc. Für diese vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten hat sich ein eigenes System von Lizenzen entwickelt, deren wichtigstes die so genanten Creative Commons (2013) sind. Im Folgenden sollen die Nupedia, die Wikipedia und die Stanford Encyclopedia of Philosophy diskutiert werden.

Nupedia

Die Nupedia war als das eigentliche ‚wissenschaftliche‘ Enzyklopädieprojekt von Larry Sanger und Jim Wales gedacht. Es wurde jedoch von Wales’ ‚kleinem Experiment‘ Wikipedia schnell in den Schatten gestellt. In der Folge kam es nach und nach zum Zerwürfnis von Sanger und Wales, und Wales gründete 2006 das Nupedia-Nachfolgeprojekt Citizendium. The Citizens’ Compendium. Nupedia ist heute immer noch als untergegangenes Enzyklopädieprojekt untersuchenswert.

Produktion: Die Autoren bei Nupedia waren Experten, die über eine Freiwilligenwerbung gewonnen wurden. Die Entscheidung, wer letztlich Autor oder Lektor wurde, lag bei Nupedia.

Werk: Die Artikel waren qualitativ hochwertig, teilweise aber sehr spezialisiert und besaßen eher die Chrarakteristik von Fachartikeln. Die Transparenz der Artikeländerungen wurde vor allem durch Versionsnummern sichergestellt. Zur Transparenz verschiedener Standpunkte werden keine Angaben gemacht. Das Hauptproblem der Nupedia war ihre Aktualitätsbezogenheit. Es handelte sich eher um eine statische Plattform, da jeder Artikel eine aufwändiges und langwieriges Begutachtungsverfahren durchlaufen musste. Daher blieb die Zahl der publizierten Artikel gering. Die Nupedia stand unter einer freien Lizenz (GFDL Open Document Lizenz). Sie war nicht-kommerziell und besaß ein einfaches Textdesign. Eine Produktfamilie gab es nicht.

Rezeption: Die Einflussnahme der Rezipienten auf die Produktion hing davon ab, ob jemandem eine Autor- oder Lektorrolle zuerkannt wurde.


Abb. 4: Startseite der Nupedia[14]

Wikipedia

Die Wikipedia hat gleich nach ihrer Gründung durch Jim Wales ein außerordentliches Wachstum erlebt. Schon bald gab es auch eine vielfältige Forschung dazu.[15]
Die Wikipedia unterscheidet sich in allen drei Bereichen drastisch von allen anderen Enzyklopädien.

Im Bereich Produktion sind die Autoren hinsichtlich ihres Expertenstatus unspezifiziert, d.h., jede Person kann mitschreiben. Im Bereich des Lektorats gilt dies im Prinzip auch, allerdings hat sich im Lauf der Zeit ein komplexes System von Rollen (z.B. Admins, Sichtung, Sperrung oder Auszeichnung von Artikeln) entwickelt, das die inhaltliche Qualität der Artikel gewährleisten soll.

Werk: Die inhaltliche Qualität der Artikel ist unterschiedlich, es gibt sowohl qualitativ hochwertige Artikel, die der Qualität professioneller Artikel gleichkommen, als auch Artikelruinen oder qualitativ schlechte Artikel. Weiterhin gibt es das Problem des Lobbyismus und des Vandalismus, das auch an sich qualitativ hochwertige Artikel jederzeit treffen kann. Die Wikipedia zeichnet sich durch eine maximale Transparenz der Artikeländerungen aus, da jede gespeicherte Version archiviert wird und jederzeit mit anderen Fassungen desselben Artikels vergleichbar ist. Auch ist die Transparenz verschiedener Standpunkte hoch, da zu jeder Artikelseite eine eigene „Diskussionsseite“ gehört, auf der inhaltliche Debatten ausgetragen werden. Auch die Aktualitätsbezogenheit ist durch ständige Artikelupdates und die News-Titelseite maximal. Die Lizenzierung ist frei, in der Regel mit einer CC-Attribution-Share-Alike-Lizenz (vgl. Creative Commons 2013). Die Wikipedia arbeitet nicht-kommerziell auf Spendenbasis, auch wenn sich in den letzten Jahren professionalisierte Verwaltungsstrukturen etabliert haben. Sie besitzt ein einfaches Textdesign und ist Teil einer reichhaltigen Produktfamilie (verschiedene Sprachen, Wikimedia etc.)

Auch in Bezug auf die Rezeption ist die Einflussnahme der Rezipienten auf die Produktion maximal. Der Übergänge von der Leserolle zur Lektorenrolle und zur Autorenrolle sind fließend.


Abb. 5: Startseite der Wikipedia [16]

Stanford Encyclopedia of Philosophy

Die Stanford Encyclopedia of Philosophy ähnelt am ehesten einer traditionellen Enzyklopädie, allerdings spezialisiert auf einen einzelnen Wissensbereich, die Philosophie.

Im Bereich der Produktion arbeiten als Autoren und Lektoren ausschließlich ausgewählte Wissenschaftler.

Das Werk ist von hoher Qualität, die einem wissenschaftlichen Handbuch entspricht. Die Transparenz der Artikeländerungen geschieht im Wesentlichen über die Angabe von Metadaten und die Transparenz verschiedener Standpunkte kommt allenfalls bei bestimmten Themen in einigen Artikeln zum Vorschein. Obwohl sie keine Tagesaktualität besitzt, ist sie in Bezug auf die Artikel aber dynamisch. Die Lizenzierung ist laut Selbstbezeichnung „open access“, juristisch handelt es sich aber um ein einfaches Copyright. Die Stanford Encyclopedia of Philosophy ist nicht-kommerziell, besitzt ein einfaches Textdesign, und hat keine weitere Produktfamilie.

Rezeption: Eine Einflussnahme der Rezipienten auf die Produktion ist nicht erkennbar.


Abb. 6: Startseite der Stanford Encyclopedia of Philosophy[17]

Zusammenfassende Betrachtung

Betrachtet man die vielfältigen epistemischen Strategien, die die vorhin besprochenen veränderten Rahmenbedingungen reflektieren, ist es verwunderlich, dass es in der Wissenschaft kein umfassendes enzyklopädisches Projekt gibt, das von irgendeiner Wirkung wäre. Zwar gab es Diskussionen darüber[18], doch die Vision der Wikipedia, eine allumfasssende Enzyklopädie auch für den Bereich der Wissenschaftsvermittung zu sein, hat weitere Überlegungen für die Wissenschaft scheinbar überflüssig gemacht. Die vielfältigen Aktivitäten in Bezug auf den „Dialog mit den Bürgern“, aufwändige Wissens-Snippets in Film und Text oder sogar eine Citizen Science[19] verdecken dabei, dass die Verantwortung, selbst über den Stand der Wissenschaft(en), ihren Sicherheiten und Unsicherheiten und auch ihrem Unwissen Auskunft zu geben, bislang nicht übernommen wurde.
Nach der bisherigen Diskussion müsste dies eine Enzyklopädie sein, die über ein für die Bedürfnisse in der Risikogesellschaft angepasstes, systematisierendes Format verfügt. Da nach Latour alle wissenschaftlichen Objekte potenziell in Risikoszenarien verwickelt sind, wäre eine hohe Dynamik (Aktualität) erforderlich. Ebenso wichtig wäre eine Robustheit des Wissens, insbesondere durch eine Thematisierung von unsicherem Wissen und Nichtwissen durch die Wissenschaften selbst. Dazu ein ansprechendes Textdesign wie in der Encyclopædia Britannica wäre perfekt.

Würde man also die Stanford Encyclopedia of Philosophy auf die Wissenschaften insgesamt ausdehnen und mit Merkmalen der anderen Enzyklopädien verbinden, der Aktualität, Partizipation, freien Nutzungslizenzen und Transparenz von Wikipedia, qualitativ hochwertigen und robusten Artikeln wie bei Nupedia und der Encyclopædia Britannica und von letzterer auch noch das ansprechende Textdesign, dann wäre dies eine gute Grundlage für eine zukünftige Enzyklopädie der Wissenschaften, die auch nach der Etablierung von Social Media zu Beginn des 21. Jahrhunderts notwendig wäre.

Fazit

Das 21. Jahrhundert hat zu einer Evolution epistemischer Kooperation geführt, die von der Utopie eines ‚freien Wissens‘ getragen wurde. Diese vom Habitus der Selbstermächtigung gestützte Entwicklung neuer partizipativer Wissensformate hat auch zu einer Defensivhaltung der ‚Institution‘, also der Wissenschaftsinstitutionen geführt, bei denen Image-Management ebenso wichtig geworden ist wie Wissensvermittlung. Der Bedarf an systematisiertem, robustem Wissen ist in den Rahmenbedingungen der Risikogesellschaft und der Autonomisierung der „Laien“ aber gestiegen, insbesondere, wenn es darum geht, dass Laien zunehmend ihr eigenes Modell von Wissenschaftlichkeit dem der Wissenschaftsinstitutionen aufprägen wollen, wie dies etwa in der Kreationismusdebatte[20] zu beobachten ist.

Wenn zu Wissenschaft die Verantwortung gehört, ihr Wissen mit der Gesellschaft zu teilen, und ihre Paradigmen zu diskutieren, dann muss das gegenwärtig diskutierte Konzept von Open Access erweitert werden. Open Access wäre dann nicht einfach die Verpflichtung, Einzelergebnisse verfügbar zu machen, sondern koordiniert den Stand der Wissenschaften systematisiert und aktualisiert öffentlich zur Verfügung zu stellen.
Die Diskussionen in Großbritannien[21] zeigen, dass aus dem politischen Bereich hier ein Übermaß an normativer Symbolpolitik zu erwarten ist, wenn dies von den Wissenschaftsinstitutionen nicht offensiv weiterentwickelt wird.

Literatur

  • Albrecht, Clemens; Gebhardt, Winfried; Geulen, Christian und Liebert, Wolf-Andreas (2012): Was bedeutet Selbstermächtigung? URL http://www.autonomies.de/.
  • Beck, Ulrich (1986): Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt/Main: Suhrkamp.
  • Campbell, Lisa (2013): Academics revolt over open access. The Bookseller URL http://www.thebookseller.com/news/academics-revolt-over-open-access.html.
  • Collins, Ellen (2013): Why open access isn’t enough in itself. The Guardian URL http://www.theguardian.com/higher-education-network/blog/2013/aug/14/open-access-media-coverage-research.
  • Collins, Harry und Pinch, Trevor (1999): Der Golem der Forschung. Wie unsere Wissenschaft die Natur erfindet. Berlin: Berlin Verlag.
  • Collins, Harry und Pinch, Trevor (2000): Der Golem der Technologie. Wie unsere Wissenschaft die Wirklichkeit konstruiert. Berlin: Berlin Verlag.
  • CreativeCommons (2013): Creative Commons. URL https://creativecommons.org/.
  • DiBona, Chris; Ockman, Sam und Stone, Mark (Hg.) (1999): Open Sources. Voices from the Open Source Revolution. Beijing, Cambridge, Köln u.a.: O‘Reilly.
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  • Kehrt, Christian; Schüßler, Peter und Weitze, Marc-Denis (2011): Neue Technologien in der Gesellschaft – Akteure, Erwartungen, Kontroversen und Konjunkturen. (=Science Studies), Bielefeld.
  • Keller, Reiner (2014): Michel Maffesoli: Die Wiederkehr der Stämme in der Postmoderne. In: Moebius, Stephan und Quadflieg, Dirk (Hrsg.): Kultur. Theorien der Gegenwart, 2., erw. und akt. Aufl., Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 251–262.
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  • McLuhan, Marshall und Powers, Bruce R. (1995): The global village. Der Weg der Mediengesellschaft in das 21. Jahrhundert. Paderborn: Junfermann (=Medienanthropologie).
  • Pscheida, Daniela (2010): Das Wikipedia-Universum. Wie das Internet unsere Wissenskultur verändert. Bielefeld: Transcript (=Kultur- und Medientheorie).
  • Rushkoff, Douglas (2003): Open source democracy. How online communication is changing offline politics. London: Demos, URL http://www.gutenberg.org/ebooks/10753.
  • Sample, Ian (2012): Free access to British scientific research within two years. The Guardian URL https://www.theguardian.com/science/2012/jul/15/free-access-british-scientific-research.
  • Sanger, Larry (2013): Citizendium. The Citizens’ Compendium. URL http://en.citizendium.org/.
  • Sanger, Larry und Wales, Jim (2001–2003): Nupedia. URL http://web.archive.org/web/20030730063941/www.nupedia.com/.
  • Swartz, Aaron H. (2008): Guerilla Open-Access Manifesto. Online-Ressource, URL <http:/www.openeverything.eu/guerilla-open-access-manifest/>.
  • Weitze, Marc-Denis (2010): Von PUSH zu PUR? Zur Wissenschaftskommunikation in Deutschland im Zeitraum von 1999 bis 2004. Saarbrücken: VDM-Verl. Müller.
  • Wikipedia (2013): Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. URL https://de.wikipedia.org/.
  • Zalta, Edward N. (Hg.) (2012): The Stanford Encyclopedia of Philosophy. Stanford/California: The Metaphysics Research Lab Center for the Study of Language and Information, Stanford University, URL http://plato.stanford.edu/

  1. Es handelt sich um das leicht überarbeitete Vortragsskript. Der mündliche Vortragsstil wurde beibehalten.  ↩
  2. Encyclopædia Britannica, Inc. (2013)  ↩
  3. Sanger und Wales (2001–2003)  ↩
  4. Dieses Abbildung basiert auf dem Bild von Uwe Kils (2005): Iceberg. URL http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Iceberg.jpg, ebenfalls beteiligt: User:Wiska Bodo und User:SoHoGo, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share-Alike 3.0. Die von mit veränderte Abbildung steht daher unter derselben Lizenz.  ↩
  5. in zweiter und dritter Instanz wurden sie dann freigesprochen; vgl. dazu etwa den Bericht in Science.  ↩
  6. Vgl. dazu etwa den Bericht in der ZEIT vom 28.2.2010.  ↩
  7. vgl. dazu Campbell (2013), Collins (2013), Max-Planck-Gesellschaft (2013), Sample (2012), Swartz (2008).  ↩
  8. Da zu Expertenstatus auch die institutionelle Ausbildung und Zertifizierung gehört, wird der Status eben nie gleich sein, was aber überhaupt nicht ausschließt, dass ein „Laie“ in einer Expertendomäne nicht in bestimmten Feldern sogar mehr Wissen und auch bessere Ideen hat. Deshalb versucht man in jüngster Zeit auch, Bürgerinnen und Bürger in den Forschungsprozess direkt mit einzubeziehen.  ↩
  9. Etwas umständlicher, aber genauer würde man von „relativen Laien“ sprechen und dazu das Gebiet angeben, denn jeder kann ja in Bezug auf andere Gebiete Experte sein, also z.B. Laie in Bezug auf Biochemie und zugleich Experte in Bezug auf Kunstgeschichte (vgl. dazu Liebert 2002).  ↩
  10. Vgl. dazu auch Krotz/Hepp (2012).  ↩
  11. Heute würde man mit Maffesoli eher von „Stämmen“ sprechen (vgl. Keller 2014).  ↩
  12. Screenshot vom 4.9.2013  ↩
  13. Vgl. dazu DiBona, Ockman und Stone (1999), Liebert (2001), Rushkoff (2008) und Max-Planck-Gesellschaft (2013).  ↩
  14. Screenshot vom 4.9.2013  ↩
  15. Vgl. z.B. Kohl/Liebert (2004), Kohl/Metten/Liebert (2009), Pscheida (2010) oder Kallass (2015).  ↩
  16. Screenshot vom 4.9.2013  ↩
  17. Screenshot vom 4.9.2013  ↩
  18. Vgl. Liebert 2002.  ↩
  19. Vgl. z.B. http://www.citizen-science-germany.de/  ↩
  20. Als Überblick vgl.: Ruse, Michael, “Creationism”, The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Summer 2014 Edition), Edward N. Zalta (ed.), URL = http://plato.stanford.edu/archives/sum2014/entries/creationism/.  ↩
  21. vgl. z.B. Campbell (2013).  ↩